Geld regiert die Welt

Shownotes

„Geld regiert die Welt“ – ein Sprichwort, das jeder kennt, aber was steckt wirklich dahinter? In dieser Episode sprechen wir über die Macht des Geldes, soziale Ungleichheit und das Spannungsfeld zwischen finanzieller Sicherheit und gesellschaftlicher Teilhabe.

Zu Gast sind Can, der aus eigener Erfahrung als ehemaliger Leistungsempfänger erzählt, wie es ist, auf finanzielle Unterstützung angewiesen zu sein, und Julia, Mitarbeiterin im Jobcenter, die aus der institutionellen Perspektive berichtet, wie das System funktioniert – und wo es an seine Grenzen stößt.

DANKE:
Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns auf dem Weg zu diesem Podcast unterstützt
haben – namentlich bei

Opener: Rebecca Madita Hundt (https://rebecca-madita-hundt.de/)
Coverbild: Tanja Hammel (https://tanjahammel.com/)
Coverdesign: Paul Schmitz
Ton: Jan Kalt (https://www.tonstudio-mannheim.de/de/tonstudio)
Fördergeld: Caritas Stiftung für die Erzdiözese Freiburg
(https://www.dicvfreiburg.caritas.de/verband/caritas-stiftung/caritas-stiftung)

Ohne euch wäre „Outside the Bubble-tea time“ nicht das, was es ist!

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Instagram: Outside.the.bubble.tea.time

Transkript anzeigen

00:00:03: Dieser Podcast wird produziert im Tonstudio-Schraubfabrik in Mannheim.

00:00:06: Das Tonstudio für Rekording, Mixing und Mastering.

00:00:14: Geld regiert die Welt.

00:00:16: Ja, das ist eine universelle und oft verwendete Redewendung,

00:00:20: die

00:00:21: eigentlich die zentrale Rolle von Geld in unserer Gesellschaft kritisch zum Ausdruck bringen soll.

00:00:27: Und sinngemäß bedeutet diese Redewendung aber, der Geld hat, hat Macht, hat Einfluss und hat Kontrolle.

00:00:37: Und hier auf Bezug nehmend haben wir deshalb heute zwei Personen zu Gast, mit denen wir gemeinsam über genau dieses Thema sprechen wollen.

00:00:46: Wir dürfen mit Scharn einen ehemaligen Besucher der Suchthilfe Einrichtung Café Anker begrüßen.

00:00:52: Scharn ist ehemaliger Leistungsempfänger des Job-Senders und kann deshalb sehr gut aus dieser Perspektive berichten.

00:01:00: Mit ihm ist Julia als Mitarbeiterin des Job-Senders in Mannheim zu Gast.

00:01:04: Julia repräsentiert somit eine Institution aus dem sozialen Nahraum von Cian.

00:01:10: Zwischen Leistungsempfängern und Mitarbeitenden entsteht bei dem Thema Geld im Alltag zwangsläufig ein Abhängigkeitsverhältnis.

00:01:20: Dementsprechend existiert zwischen beiden, also Cian und Julia auch eine gewisse Machtungleichheit.

00:01:27: Heute wollen wir doch versuchen mit Jan und Julia außerhalb des alltäglichen Kontextes ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen.

00:01:36: Mehr über unsere Gäste und zu diesem Thema erfahrt ihr aber jetzt gleich in unserem gemeinsamen Austausch.

00:01:43: Ich bin Marcel Hirt, Arbeits- und Organisationspsychologe und ich freue mich heute als einer der Gastgeber den Startschuss zu diesem Podcast geben zu dürfen.

00:01:53: Und nach all der Vorbereitung wird es auch mal Zeit.

00:01:57: Mit mir dabei Manu Morsch, Sozialarbeiterin des Kaffeeangars und meine Co-Moderatorin dieses Podcasts.

00:02:04: Ja, hi Marcel, hi ihr alle.

00:02:06: Ich kann sagen, mir geht's richtig gut, weil wir jetzt irgendwie fünf Monate lang auf diesen Moment hingearbeitet haben.

00:02:12: Also es war tatsächlich ganz viel Vorarbeit, ganz viele Treffen, ganz viel Denken, dann natürlich das Anfragen von den unterschiedlichen Gesprächsteilnehmerinnen.

00:02:21: Und ja, jetzt stehen wir hier und es fühlt sich einfach richtig gut ab.

00:02:25: Und jetzt gehen wir direkt rein.

00:02:27: Deshalb bleibt Han, dazu und sei dabei.

00:02:31: Nämlich bei der Outside the Bubble Tea Time.

00:02:49: Outside the Bubble Tea Time von und mit Marcel Hirt und Mano Morsch wird präsentiert vom Café Anker in gemeinsamer Trägerschaft von der Suchtberatung des Karitasverbandes Mannheim und dem Drogenverein Mannheim.

00:03:02: Mehr zum Café Anker sowie der Themenzentrierten Interaktion als theoretische Grundlage des Podcasts könnt ihr in der Introfolge erfahren.

00:03:11: Vier Stimmen.

00:03:12: Vier Blickwinkel, vier Perspektiven, aber nur ein Thema.

00:03:16: Was mir hier heute gefällt, ist diese Symbolik von diesem Tisch hier.

00:03:19: Wir stehen hier an einem kreisehunden Tisch.

00:03:21: Es sind aber vier Personen aus vier unterschiedlichen Bappeln und nehmen sozusagen auch vier unterschiedliche Seiten ein.

00:03:29: Und was total schön wäre oder was wir heute einfach versuchen ist, diese vier unterschiedliche Seiten hier auf einmal zusammenzubringen und vielleicht gelingt es uns, dass wir am Ende des Gefühls haben sagen, okay, wir stehen nicht an vier unterschiedlichen Seiten und blicken auf eine Thematik, sondern wie hier, also deswegen die Symbolik am Tisch, vielleicht an einer Seite, die uns so verbindet und womit diese Thematik an sich insgesamt etwas runter wird.

00:03:57: Und da würde ich sagen, da gehen wir einfach mal gleich live, oder?

00:03:59: Genau.

00:04:00: Genau.

00:04:00: Gehen

00:04:01: wir live.

00:04:01: Und wenn ich zu viel rede, gibts mir einfach einen Tritt.

00:04:04: Und das Gleiche ist auch bei mir.

00:04:05: Wenn

00:04:05: wir uns eilen wahrscheinlich,

00:04:07: kriegen

00:04:08: wir hin.

00:04:09: Kriegen wir hin.

00:04:14: Und bevor wir jetzt loslegen, möchten wir beginnen vorab noch einmal ganz kurz explizit auf die zwei Forderungen der themenzentrierten Interaktion eingehen, weil diese dient uns ja als Grundlage für unseren gemeinsamen Austausch.

00:04:29: Und sie soll uns ermutigen, Verantwortung für uns selbst zu übernehmen.

00:04:35: Heißt also erstens, seid eure eigene Chappersen achtet.

00:04:41: auf euer eigenes Interesse, euer eigenes Wohlergehen, achtet aber bitte gleichzeitig auch auf die Bedürfnisse der anderen Person.

00:04:49: Und zweitens, Störungen haben Vorrang.

00:04:52: Hindernisse brauchen Lösungen, weil ohne Lösungen für diese Hindernisse entsteht in diesem Gespräch auch kein Wachstum.

00:05:00: Das Ganze heißt wiederum, wenn es also wäre, dass für euch eine Störung vorliegt, dann übernimmt hierfür bitte die Verantwortung, dann dürft ihr gerne sagen, stopp.

00:05:11: Und dann kümmern wir uns als erstes mal gemeinsam um die Störungen.

00:05:16: Wichtig, Störungen hier sind total wertvoll und deshalb ist ein Stopp absolut legitim.

00:05:26: Beide Prinzipien gelten übrigens auch selbstverständlich.

00:05:29: für uns und in unserer Verantwortung ist es nämlich wichtig, dass wir uns alle hier wohlfühlen und dass es euch beiden vor allem auch gut geht.

00:05:40: Jan, erst mal hallo.

00:05:41: Schön, dass du da bist.

00:05:42: Hallo, Marce.

00:05:43: Wie geht's dir?

00:05:44: Wie fühlst du dich hier in diesem Raum?

00:05:46: Ich

00:05:46: muss sagen, mit euch ist es sehr angedämmt für dich.

00:05:48: Und ich freue mich.

00:05:49: Ich freue mich schon die ganze Zeit darauf.

00:05:51: Julia.

00:05:51: Hallöchen.

00:05:52: Erst mal hallo und schön, dass du da bist.

00:05:54: Ich freue mich auch sehr.

00:05:55: Ja, und jetzt, wie geht's dir heute?

00:05:57: Und wie ist es für dich hier zu sein?

00:05:59: Ich bin tatsächlich nervöser, als ich dachte, es ist doch schon eine ganze Weile her, dass ich vor so einem Mikro stand.

00:06:05: Aber ich freue mich, ich bin gespannt und ich... Hab mir auch tatsächlich noch gar nicht so ein großes Bild vorher gemacht.

00:06:12: Ich dachte, ich lasse es einfach auf mich zukommen.

00:06:14: Ja, also ich weiß auch, dass die Erfahrungen mit dem Jobcenter, da hat jeder eine andere.

00:06:19: Manche sagen, oh, mein Ansprechpartner, der war so toll, der hat mir so weiter geholfen und andere sagen, boah, nie wieder will ich dahin.

00:06:25: Ich bin gespannt, was deine Erfahrung ist an der Stelle.

00:06:29: Und ja, also ich spreche heute zwar als Mitarbeiterin des Jobcenters, aber... Jeder hat seine eigene Arbeitsweise.

00:06:36: Ich möchte auch direkt vorab vielleicht auch mit hinzufügen, dass nur weil ich Dinge vielleicht jetzt gleich sage oder vielleicht auf die eine oder andere Art und Weise machen würde.

00:06:50: heißt das noch lange nicht, dass meine Kollegen das deswegen falsch machen oder dass ich irgendwas falsch mache, sondern jeder hat so seinen Stil.

00:06:57: Der ist auch total unterschiedlich, was die verschiedenen Personen angeht.

00:07:00: Also auch du bittest da schon recht viel Anknüpfungspunkte und diese Problematik, sag ich mal, mit einer ein bisschen Klarstellung oder Klarheit auch in Bezug gerade auf die Institution.

00:07:10: Das haben wir auch in der Introfolge schon thematisiert.

00:07:14: Tja, wie ist es für dich jetzt quasi, der Julia gegenüberzustellen?

00:07:20: Ich wusste ja nicht viel über sie.

00:07:22: Ich habe mir jetzt natürlich groß darüber ein Bild gemacht oder sowas, aber es ist okay und ich bin auch froh, dass ihr jemanden habt, der ein bisschen günger ist, der vielleicht noch ein bisschen andere Ansichten dazu hat, als jemand, der da jetzt vielleicht schon kurz zur Rente steht oder sowas.

00:07:37: Und habt ihr gut ausgewirrt?

00:07:39: Ja, cool.

00:07:39: Ich muss mal so auf den ersten Blick und auf die erste Wahrnehmung sagen.

00:07:42: Ja, danke für die Offenheit und Ehrlichkeit.

00:07:44: Und da sagst du ja auch schon ein paar Dinge, wo wir durchaus gleich einknüpfen werden oder auch gut können.

00:07:49: Jan, die Zuhörenden, die wissen ja quasi nur, dass du jetzt heute hier bist, aber die wissen noch gar nicht so viel von dir.

00:07:56: Deswegen würde ich dich einfach mal bitten, erzähl doch mal, wie alt bist du, wo kommst du her und erzähle mal vielleicht ganz grob so ein bisschen aus deiner Vital, wie der Leben bisher so verlebt.

00:08:05: Also ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt, ich bin jetzt.

00:08:34: Das war noch in der Grundschule, so erste Klasse.

00:08:36: Ich weiß nicht, wie alt man das ist, aber so in dem Dreh war es.

00:08:39: Und ja, so viel lief dann halt auch mein Leben.

00:08:41: Scheidungskinder, den man mal ein Wochenender beim Vater, unter der Woche bei der Mutter.

00:08:45: Die Mutter hat immer einen Freund gehabt, umgezogen, dann von dort wieder weggezogen, weil mit dem Freund Schluss war.

00:08:51: Und so haben sich halt auch mit der Zeit immer einige Schwierigkeiten ergeben, sage ich mal, durch den Schulwechsel und sowas habe ich gemerkt, dass ich zum Beispiel nicht mehr so den Anschluss finde an den Stoff und sowas.

00:09:03: Und so verließ dann ein bisschen weiter, ging alles noch.

00:09:08: Ich konnte das noch immer ausgleichen, sage ich mal.

00:09:11: Meine Mutter ging es mir immer besser als mein Vater.

00:09:14: Beim Vater habe ich zwar mehr Geld, aber der hatte eine Frau geheiratet, die war nur drei, vier Jahre älter als ich.

00:09:19: Also damals, als ich schon, ne, als siebzehn, achtzehn, neunzehn war.

00:09:22: Und hat mit der dann noch ein Kind, sprich ich halt mein Halbbruder.

00:09:25: Die sind dann auch irgendwann die Titel Heier abgehauen, weil mein Vater Steuern hinterzogen hat.

00:09:29: Und im Endeffekt ging es mir eigentlich immer bei meiner Mutter besser auch, wenn ich dort ... weniger hatte es so an Materialem.

00:09:36: Aber bis dahin war eigentlich alles noch gut, Abi gemacht, Ausbildung angefangen, Ausbildung auch abgeschlossen.

00:09:43: Nur ganz großes blödes Ereignis war halt, dass ich mit ca.

00:09:47: ... ... ca.

00:09:53: ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... Und über die Jahre, ich habe schon noch eine Weile gearbeitet.

00:10:03: Ich habe in meinem Beruf selber, also im Gelände Industriekaufmann, habe dort im Verkauf fünf Jahre Berufserfahrung gesammelt, obwohl ich süchtig war damals.

00:10:12: Irgendwann ist das Ganze natürlich zusammengebrochen und dann bin ich eben irgendwann das erste Mal die Leistungsempferung geworden beim Jobcenter.

00:10:18: Damals war es so, dass die Firma, bei der ich gearbeitet habe, die Bankott gegangen, die haben dann zugemacht, da wurden von Anfang auf gekauft, ich weiß nicht mehr.

00:10:26: Und ich wollte halt einfach in das Leben anfangen, so bin ich einfach nach Mannheim gekommen.

00:10:30: Also meiste Erfahrungen mit Jobcenter und so was habe ich in Mannheim gesammelt.

00:10:33: Bei mir in Heilbronn eigentlich kaum, aber in Heilbronn und so war es.

00:10:37: Wollte ich gar nicht, wollte ich auch gar nicht.

00:10:39: Ich wollte weg von dort, von dort, weil das so viel passiert ist etc.

00:10:43: Und so bin ich halt mit Mannheim gelandet und hab dann dort versucht halt irgendwie mich zu bessern und sonst was.

00:10:48: Ich leide da auch nichts draus geworden, bin halt im Substitutionsprogramm gelandet, dementsprechend auch öfter mal im Angeln.

00:10:54: vorbeigekommen so.

00:10:57: Dadurch, dass man halt die Leute kennt, die da hingehen, davon hört und hört machen, dass man dort auch treu tut etc.

00:11:04: Das war für mich immer ein wichtiges, guter, guter Zuschusstag.

00:11:09: ich mal, gerade wenn man kein Geld hat und da kriegt man z.B.

00:11:10: was zu essen oder mal hier, da ist da damals was, hier ein paar Klamotten.

00:11:15: Und ja, ich habe mich aber halt einfach nur als diese Person gesehen, die da jeden Tag zur Miserdohnvergabe schlurft und so habe ich mich halt über die letzten Jahre jetzt da rausgekämpft.

00:11:25: Und jetzt stehe ich hier nicht allzu lange Zeit, aber seit einer Weile kein Empfänger mehr vom Job-Sender und verdiene mein eigenes Geld wieder.

00:11:36: Ja, erstmal danke hierfür und auch für diese Ehrlichkeit, weil da sind ein paar Dinge dabei.

00:11:40: Ich glaube, da hat man jetzt nicht immer Bock drauf, das allen zu erzählen.

00:11:45: Und natürlich weiß ich aus dem Vorgespräch noch viel mehr von dir und ich werde da jetzt einfach auch mal nachhagen.

00:11:50: Und da haben wir dann schon ein gutes Beispiel, wenn du sagst, okay, da fühle ich mich gar nicht wohl, da möchte ich nicht drüber sprechen, dann tut das.

00:11:58: Das

00:11:59: mache ich denn auch.

00:12:00: Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, so rumjammern oder so was.

00:12:03: Ich möchte es aber halt auf dem Punkt beschreiben.

00:12:05: passiert ist und ich denke, das habe ich schon irgendwas getan.

00:12:08: Ich kann dir an der Stelle auch sagen, es wirkt überhaupt nicht wie ein Jammern, sondern eher über ein sehr reflektiertes.

00:12:14: Ich habe es auch mittlerweile verarbeitet, aber das hat mir halt auch wirklich fast zehn Jahre meines Lebens gekostet.

00:12:19: Also jetzt langsam fühle ich mich so, wie ich mich eigentlich mit Zandsicherheit fühlen soll.

00:12:23: Aber lass mich kurz einsteigen bei dem Thema Drogen, weil du sagst, du bist aufgrund der Lebensumstände letztendlich irgendwann bei den Drogen gelandet und hast dann später auch gesagt, du warst schon im Substitutionsprogramm.

00:12:35: Und jetzt muss man keine große Erfahrung haben mit Drogen oder Drogenkonsum oder Suchtkranken.

00:12:41: Möchtest du berichten, um was für Drogen das ging?

00:12:43: Mache ich gerne, wenn ich das kann.

00:12:44: Da

00:12:44: tut das

00:12:45: mal.

00:12:45: Also es war halt damals ein kurzloser Reaktion.

00:12:48: davor schon immer ein bisschen mit Drogen zu tun gehabt.

00:12:50: Hab sich Gras, Partydrogen, LSD, so was.

00:12:53: D. z.B.

00:12:53: hab ich mega geliebt, so psychologische Sachen.

00:12:56: Ich hab damit auch gar kein Problem gehabt.

00:12:57: Ich hab alles geschmissen, das war alles super einig, wie es gelaufen ist für mein Leben.

00:13:01: So, das mit meinem Vater war zu blöd.

00:13:02: Ich hatte auch mega den Stress, weil ich seine Firma gearbeitet hab nebenbei und Ersteuern hinterzogen hat.

00:13:08: Die hat zwei Millionen Euro in die Türkei abgehauen.

00:13:10: Das ist an mir hingblieben, so ein Stück weit.

00:13:13: Und als halt meine Freundin totgefahren wurde, das war, hab ich halt eine... Es war eine Kurzlosreaktion.

00:13:20: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es war eine Kurzlosreaktion, aber ich habe das gezielt getan, dass ich ab da dann Heroin genommen habe.

00:13:26: Und ab da ging es richtig, richtig, richtig steil bergab.

00:13:29: Also richtig extrem.

00:13:30: So dass ich wirklich alles Mögliche, was ich hatte, verkauft habe.

00:13:34: So, zum Beispiel, wenn ich umgucke im Studio, ich habe auch einige von diesen Sachen gehabt und auch Baubemusik gemacht, habe ich alles verkauft, alles verdrocken.

00:13:41: Und hauptsächlich halt wirklich Operator, also wie gesagt Heroin oder alles, was halt in diese Richtung geht.

00:13:45: Das war halt immer mein Ding.

00:13:48: Und ja, das habe ich halt auch von zwanzig bis jetzt Ende zwanzig mit Pausen, manchmal ein halbes Jahr, manchmal auch ein Jahr, manchmal auch mal nur ein Monat, manchmal dann mal fünf Monate wieder kommunikonsumiert, je nachdem wie es hingehauen hat.

00:14:01: Irgendwann geht es halt nicht mehr, da bricht das Karten aus, dass man sich wieder zusammen gebaut hat zusammen.

00:14:05: Man hat halt mal Energie, wenn man diese Drogen nimmt, aber wenn sie dann weg sind, dann kann man das nicht mehr aufrechterhalten, was man sich vorher da zusammengeschustet hat.

00:14:14: In der Tat habe ich noch die eine oder andere Frage, aber ich werde die einfach dann im Verlauf des Gesprächs mit reinbringen.

00:14:18: Eine Sache noch, das hattest du noch nicht erwähnt und oft ist es so, nicht immer, aber in der Regel, du hast das schön geschildert, werden ja druckabhängige dann auch irgendwann kriminell, weil einfach der Bedarf ist, an Geld dran zu kommen.

00:14:34: Und so war es ja letztendlich bei dir auch.

00:14:37: Und du bist dann im Gefängnis gewesen.

00:14:39: Möchtest du vielleicht da kurz nochmal...

00:14:41: Ja, gut, das muss man bei mir sagen.

00:14:43: Ich habe mir nie mal arbeiten gegangen.

00:14:44: Also deshalb hatte ich eigentlich auch immer Geld für Drogen halt nur.

00:14:47: Ich hatte so viel Schulden gemacht, weil ich meinen anderen Zeug nicht bezahlt habe.

00:14:51: Aber gesessen bin ich wegen, weil ich zwei Bier geklaut habe.

00:14:56: Also ehrlich, das war einfach nur ein Kleinstrafe.

00:14:58: Und die andere Strafe war wegen Gras.

00:15:01: Und da, die war acht Monate, da durfte ich einmal da früher gehen wegen der Legalisierung.

00:15:05: Also eigentlich großartig geklaut, wie die das andere machen.

00:15:07: Ich habe das immer mit mobiler Kuriosität beobachtet, wie die da in die Läden rein rennen, wirklich für zwei, drei, hundert Euro Fleisch und sonst was rausholen.

00:15:15: Und es dann weiterverkaufen an andere Leute, die nehmen das halt für dreißig Prozent.

00:15:19: Und sowas habe ich nicht gemacht.

00:15:20: Da habe ich dann nicht den Mut dazu gehabt.

00:15:23: Die morbide Kuriosität.

00:15:25: Das ist auch ein Begriff, den ich wirklich bleiben in Erinnerung habe von dem Vorgespräch.

00:15:29: Und das ist eine der Dinge, die ich eigentlich jetzt noch gerne hätte angesprochen wollen.

00:15:33: Aber lass uns erst mal rüber gehen.

00:15:35: zu Julia.

00:15:36: Was ich dir noch sagen will, das hatte ich vorhin ganz vergessen bei dem kurzen Hallo.

00:15:41: Was ich da sehr schön fand und was auffällig war, ist, dass du direkt in diesem Hallo den Schaden aktiv angesprochen hast.

00:15:48: Also ihn schon quasi in deine Kommunikation mit reingenommen hast.

00:15:51: Und das fand ich ziemlich cool.

00:15:52: Das ist unser Ziel, das wir das vielleicht dann hinkriegen.

00:15:55: Aber jetzt erst mal zu dir.

00:15:58: Erzähl du doch mal, wie alt bist du, wo kommst du her und wie ist denn deine Vita so verlaufen?

00:16:04: Also meine Vita ist noch nicht so lange tatsächlich.

00:16:08: Ich bin siebenundzwanzig.

00:16:10: Ich komme ursprünglich aus Freiburg und habe dann hier in Mannheim das Studium gemacht, was viele nicht wissen.

00:16:17: Die Bundesagentur für Arbeit hat tatsächlich auch ein eigenes Studium.

00:16:20: Also ich bin quasi B.A.

00:16:22: Küken, sagen wir mal so.

00:16:24: Und dann hat es mir in Mannheim eben auch sehr, sehr gut gefallen.

00:16:28: Also ich kann da relating sage ich jetzt mal.

00:16:31: und Ich habe dann gesagt, warum eigentlich nicht?

00:16:35: Dann kam natürlich noch Corona dazwischen.

00:16:36: Das hat alles ein bisschen schwierig gemacht.

00:16:39: Alles war online und dann hatte man dann doch gemerkt, die Leute in Mannheim, die will ich eigentlich noch nicht verlassen.

00:16:47: Und dann kam es dazu, dass ich anstatt nach dem Studium wieder nach Freiburg zurückzugehen, mich hier in Mannheim beworben habe.

00:16:54: Und das Jobcenter hat dann gesagt, wir hätten eine Stelle, wenn du Lust hast, kommst du rum.

00:17:00: Und ich habe gesagt, Machen wir so.

00:17:03: Also mehr dazu gibt es tatsächlich gar nicht.

00:17:06: Das war im Jahr zwanzig.

00:17:09: Und ich bin jetzt zum ersten September, also in einem Monat sind es dann die vier Jahre, die ich im Jobcenter bin.

00:17:17: Hab natürlich auch viele, viele Geschichten mitbekommen.

00:17:22: Ja, auch positiv wie negativ tatsächlich.

00:17:25: Ich bin auch super gespannt, wie ich am Anfang schon gesagt habe, weil man und deswegen habe ich John auch direkt angeschaut.

00:17:33: Ich möchte nicht, dass ich jetzt die Gegenseite bin.

00:17:35: Also ich weiß, dass ich hier bin, um das Jobcenter zu repräsentieren oder um die Arbeit am Jobcenter zu repräsentieren, sagen wir es mal so.

00:17:44: Dennoch finde ich es super interessant, auch einfach die Erfahrungen auszutauschen, auch zu sagen, was ich vielleicht in manchen Situationen machen würde.

00:17:58: Vielleicht auch so ein paar Mythen aufzuklären, die es so ums Jobcenter gibt.

00:18:01: Da ist ja auch immer irgendwas los.

00:18:04: Ja, und viel mehr kann ich tatsächlich noch nicht vorweisen.

00:18:08: Also ein Funfact am Rande eventuell.

00:18:10: Ich bin ausgebildete Synchronsprecherin.

00:18:13: Deshalb am Anfang auch die Aussage, das Mikro, das ist mir schon bekannt.

00:18:18: Ich freue mich auch wieder, meine eigene Stimme zu hören, auch wenn das vielleicht komisch klingt.

00:18:23: Aber ja, ich bin gespannt.

00:18:26: Ich freue mich.

00:18:28: Ja, Julia, vielen Dank.

00:18:29: Und sehr schön, dass du quasi so auch die Brücke schlägst im Charn für diese Kommunikation und was mir da auffällt und vielleicht auch so ein bisschen aus meiner hauptberuflichen Perspektive, wo ich ja selbst bei der Polizei in der Machtorganisation bin.

00:18:47: Es ist schön.

00:18:48: Also du übernimmst da schon auch die Verantwortung, wo du hast, weil du schon auch als Vertreterin der Organisation sag ich mal in dieser Machtposition Bisch und nimmst hier da ein bisschen dieses Gefälle raus, das gefällt mir sehr gut.

00:19:00: So und nachdem wir jetzt aber von euch ein bisschen was gehört haben und jeder der Zuhört oder jede die Zuhört sich so ein bisschen ein Bild über euch machen konnte, würde ich sagen, steigen wir so thematisch richtig ein.

00:19:12: und da geht aber mein Blick dann nochmal rüber zum Tchan.

00:19:15: und dann ist auch meine Frage mit Blick auf den Titel der Episode Geld regiert die Welt.

00:19:22: Wie ist dein Verhältnis zu gehört?

00:19:24: Also eigentlich mag ich es nicht.

00:19:26: Es ist für mich ein Mittel zum Zweck.

00:19:29: Ich muss es haben, um überhaupt irgendwas machen zu können.

00:19:32: Aber wie ich schon gesagt habe, ich habe zum Beispiel damals beim Vater gelebt, der hatte eine eigene Firma, ich hatte schönes Auto und alles Mögliche.

00:19:40: Ich hatte Geld ohne Ende.

00:19:41: Meine Klassenkameraden nehmen mich total beneidet.

00:19:43: Ich habe es damals gar nicht wahrgenommen, als was Besonderes oder so.

00:19:46: Oder ich habe mich als jetzt hier so als was Besseres gefühlt ist auch nicht.

00:19:50: Aber wo ich dann gemerkt habe, dass ich bei meiner Mutter bin, da hatte ich zwar schlechteres Auto und auch nicht so viel Geld zum Ausgeben und sonst was, aber ich hatte trotzdem alles, was ich brauch, aber vor allem ging es seelisch gut.

00:19:59: Und deshalb finde ich Geld einfach ein sehr schwieriges Thema.

00:20:02: Ich meine, jeder von uns braucht es, aber haben will ich es eigentlich nicht.

00:20:07: Okay, dann die Frage an Julia.

00:20:09: Wie ist denn dein Verhältnis zu Geld?

00:20:11: Also... Ja, schwierige Frage, ehrlich gesagt.

00:20:15: Ich habe mir jetzt schon Gedanken darüber gemacht im Vorfeld, weil es natürlich, ich war nie in einer Situation, wo ich wirklich aktiv gedacht habe, scheiße, mir fehlt das.

00:20:27: Also, und da bin ich auch wirklich sehr, sehr dankbar.

00:20:31: Ich bin so aufgewachsen, dass ich schon ... im Nachhinein auch erkennen konnte, wir hatten nicht immer das große Geld.

00:20:40: Man musste am Ende des Monats gucken.

00:20:42: Meine Mutter hat damals mich und meine Geschwister erzogen, mein Vater ist arbeiten gegangen.

00:20:47: Was man heute schon gar nicht mehr kann, aufgrund von Inflation, da reicht es gar nicht mehr mit drei Kindern und einen Elternteil, was arbeiten geht, weiß gar nicht, ob man das heute überhaupt noch schaffen würde.

00:20:59: Aber es hat auch an nichts gefehlt.

00:21:02: Also wir hatten eine super, tolle, familiäre Beziehung, also auch wirklich zu meinen beiden Eltern, zu meinen Geschwistern.

00:21:14: Das war immer super.

00:21:17: Was ich gemerkt habe ist, ich wollte unfassbar früh selbstständig werden.

00:21:21: Ich habe mit vierzehn meinen ersten Job gehabt, habe da zehn Euro in der Woche verdient, aber ich hatte mein eigenes Geld sozusagen, weil ich ... gemerkt, ich bin auch das älteste Geschwisterkind, das

00:21:32: ist vielleicht,

00:21:33: das ist auch immer so ein Indiz, aber ich wollte meine Eltern entlassen.

00:21:37: Und das halt so früh wie möglich.

00:21:38: Ich habe mit sechzehn angefangen zu Kellnern, weil davor ging nicht oder davor darf man nicht, wegen Alkoholausschrank etc.

00:21:45: Mit sechzehn habe ich dann angefangen zu Kellnern, habe das während der Schulzeit gemacht, habe das teilweise auch noch während dem Studium gemacht, aber ich habe das Studium auch... so ausgesucht, dass ich gesagt habe, ich will dual studieren.

00:21:57: Ich will direkt mit dem Studium Geld verdienen.

00:21:59: Ich möchte nicht drei Jahre studieren.

00:22:01: Und meine Eltern irgendwie noch auf der Tasche liegen in Anführungszeichen.

00:22:05: Die hätten mich unterstützt, wie sie konnten.

00:22:07: Aber das war für mich relativ schnell klar, dass ich sagen will, ich will raus.

00:22:12: Und eher umgekehrt, ich will meine Eltern unterstützen mit dem, was ich halt kann.

00:22:17: Einfach, weil ich wusste, die haben sich für uns als Kinder Die haben wirklich alles gegeben, was sie konnten, um uns halt eine schöne Kindheit zu geben, was sie auch auf jeden Fall geschafft haben.

00:22:31: Deswegen, ich schätze das.

00:22:33: Ich bin niemand, der jetzt sagt, ach Geld ist mir eigentlich egal.

00:22:36: Ich weiß, du meintest das anders, auf eine andere Art und Weise.

00:22:39: Aber es gibt ja genug Leute, die sagen, ach Spaß Geld.

00:22:42: Also das ist das Geld, ach das gebe ich aus und egal eigentlich für was.

00:22:45: Und es ist schön, wenn man das kann.

00:22:47: Aber es ist auf der anderen Seite... weiß ich auch, was es wert ist und was, ja, was es bedeutet.

00:22:59: Da hätte ich vielleicht auch noch eine Nachfrage.

00:23:01: Und zwar, du erlebst ja jetzt in deinem beruflichen Alltag ganz viele Menschen, die gar kein Geld haben, bzw.

00:23:06: sehr abhängig vom Jobcenter, dass sie Geld haben und die ganzen Verpflichtungen, die dann damit einhergehen, würdest du sagen, dadurch hat sich dein Verhältnis zum Geld nochmal ein bisschen verändert, so einen Hinblick auf Sicherheit.

00:23:20: Ja, auf jeden Fall nicht nur auf Geld tatsächlich, sondern das war im Studium, hatten wir auch schon Praxisphasen und bedeutet, ich habe auch bei Gesprächen hospitiert, auch bei der Agentur, beim Jobcenter, ja auch bei Leuten, die vielleicht, die hatten befristeten Arbeitsvertrag, haben dann gesagt, ah ja, zwei Monate waren sie vielleicht im Arbeitslosengeld hatten, aber direkt schon wieder den neuen Job, also die Alleingänger, wo man eigentlich nichts mehr machen muss, aber ich hatte auch Hospitation bei Gesprächen, wo ich wirklich dachte, wow, heftig.

00:23:54: Also ein Schicksalsschlag nach dem anderen.

00:23:58: Und da bin ich meistens schon rausgegangen mit dem Gedanken, mir geht es echt gut.

00:24:04: Aber gar nicht mal auf das Geld jetzt per se bezogen, sondern auch das Glück, was ich bisher im Leben hatte, weil letzten Endes ist es Glück.

00:24:11: wo man reingeboren wird, wohin man geboren wird, wie die Familienverhältnisse sind, wie die Rahmenbedingungen generell sind.

00:24:17: Das ist alles einfach nur Glück.

00:24:19: Und was man dann daraus macht, das ist natürlich, das muss in Eigenverantwortung passieren.

00:24:24: Aber ich hatte solche Schicksalsschläge nie.

00:24:27: Ich hatte immer irgendwie an Anführungszeichen Glück im Leben, dass sich alles so ergeben hat, wie ich das vielleicht auch einfach geplant habe oder nicht mal geplant habe, wie es halt kam.

00:24:40: Es war immer positiv.

00:24:42: Und das schätzt man noch mal ganz anders, wenn man eben auch sieht, es muss nicht so laufen.

00:24:47: Es geht auch ganz anders.

00:24:49: Da ist schon, das schätze ich schon auf eine andere Art und Weise wie jetzt jemand, der das vielleicht nicht kennt.

00:24:56: Darf ich dann auch kurz das Wort?

00:24:57: Sehr gerne.

00:24:58: Einmal noch kurz das Besöhnliche.

00:25:00: Das habe ich richtig verstanden.

00:25:01: Du bist in einer intakten Familie aufgewachsen.

00:25:03: Zumindest bist du ausgezogen.

00:25:06: Okay.

00:25:07: Und was ich auch interessant finde, das erkenne ich eigentlich auch jetzt gerade erst so, wenn ich jetzt euch so bei Geld treten höre.

00:25:13: Für mich ist es, zum Beispiel, ich habe die, wenn ich normale Leute treffe, wenn bei denen mal am Ende vom Monat nix in den Kühlschrank ist, die kriegen Panik.

00:25:20: Aber mich könnte man in Unterhosen mit Nullsente auf die Straße setzen und ich hatte keine Panik, einfach weil ich schon ganz unten war, habe ich nicht mehr diese Angst, was passieren könnte und so was.

00:25:29: Das hat mir ein bisschen dieses, dieses, dieses... diese ständige Panik machen und sonst was genommen, weil die Leute sind ja gerade heutzutage, wo alles teurer wird, praktisch von Tag zu Tag teurer wird, immer in der Angst, dass sie sich nichts mehr leisten können oder sowas.

00:25:40: Diese Angst habe ich eigentlich nicht.

00:25:42: Liegt aber auch daran, dass ich weiß mittlerweile, wo ich nicht gehen kann, wo ich nicht mehr geholfen wird.

00:25:47: Wenn es das vielleicht mal nicht mehr gibt, solche Einrichtungen, dann meine ich jetzt nicht unbedingt das Jobcenter, sondern... Einrichtungen aus Rom, wo man sich essen holen kann, so wie der Anker jetzt und sowas.

00:25:55: Na ja, wenn es sowas mal nicht mehr gibt, dann wird es für die Leute, die nicht in der Lage sind, Geld zu verdienen oder die auch auf irgendeinem anderen Grund können Geld haben, wird es sehr schwer.

00:26:02: Ja, das wollte ich nur sagen.

00:26:04: Merke ich aber auch immer wieder.

00:26:05: Also mit Leuten, mit denen ich spreche, manche sagen dann so, ach ja, ich habe jetzt vielleicht einen Antrag zu spät gestellt und ich sage schon, ich versuche es so schnell wie möglich fertig zu machen, weil ich ja weiß, Man hat jetzt in der Regel, wenn man im Jobcenter ist, nicht Zehntausend Euro noch auf dem Sparbuch in der Regel.

00:26:24: Aber ja, es gibt die einen und die anderen.

00:26:27: Also es gibt die, die dann ganz dringend und ganz viel Panik haben.

00:26:29: Und es gibt die, die sagen, ja, also die drei Tage, da kriege ich jetzt auch noch rum.

00:26:34: Also ganz, ganz faszinierend auch teilweise.

00:26:38: Jan, damit hast du jetzt auch schon ein bisschen so die Überleitung gemacht, weil die nächste Frage wäre haben oder nicht haben.

00:26:43: Geld haben oder nicht haben.

00:26:45: Und ich habe da auch immer noch ein Vorgespräch in Erinnerung, wie du gesagt hast, du wurdest früher als der Kapitalist bezeichnet.

00:26:52: Was hat haben oder nicht haben für einen Einfluss auf Lebensqualität?

00:26:56: Ob mich gut, aber es sollte, wenn dann auf einem gesunden Wege erwirtschaftet worden sein, man sollte sich das Geld wirklich... nicht Angst haben müssen, dass man das Geld morgen verliert, weil es in irgendwas angelegt ist oder sonst was so, wenn man wirklich haben will, sondern dann soll man das ja wirklich so hinkriegen, dass es sauber für einen ist.

00:27:16: Wenn nicht, dann habe ich lieber weniger, ist echt so, nicht nur einer.

00:27:20: Das geht mir darum, ich kenne zum Beispiel Leute, die wirken nach außen hinreich, aber rennen eigentlich nur jeder Rate hinterher und da noch einen Leasingvertrag und dessen, dessen, dessen, dessen und haben verdienen im Monat tausende Euro, aber haben auch tausende Euro Ausgaben für eigentlich... Zeug wo ich sagen würde, brauche ich gar nicht.

00:27:37: Und da denke ich mir dann so haben, das ist kein Reichtum.

00:27:43: Also man sollte sich schon wohl dabei fühlen.

00:27:46: Ja, ist spannend.

00:27:47: Also hätte ich auch sagen können, ich habe jetzt Geld und damit sind meine Chancen auf Leben irgendwie viel besser.

00:27:53: Aber du bringst jetzt gleich einen ganz anderen Spektrum Geld haben ein, dass das auch mit einem Druck verbunden ist oder mit gar nicht nur Lebensfreude.

00:28:01: und ja, spannend.

00:28:04: Julia, ähm... durch deine Tätigkeit im Jobcenter hast du ja auch einen Einfluss auf haben oder nicht haben.

00:28:11: Und natürlich gibt es gesetzliche Bestimmungen und du kannst nicht willkürlich agieren und dennoch ist das ja eine sehr machtvolle Position.

00:28:18: Vielleicht kleine Klammer, ich kenne das auch aus meiner beruflichen Vergangenheit.

00:28:22: Ich habe eine Zeit lang im Jugendamt gearbeitet und auch da hatte ich eine machtvolle Position.

00:28:26: Und auch wenn ich quasi nicht diejenige war, die dann letztendlich entschieden hat, das Kind bleibt in der Familie oder nicht, weil es am Ende der Richte gemacht hat, hatte ich durch meine Stellungernahme und durch die und weiße, wie ich den Menschen begegne ja durchaus.

00:28:38: Schon Einfluss darauf, wie das Ganze sich entwickelt.

00:28:43: Das wäre jetzt für mich die Frage, was macht diese machtvolle Position mit dir?

00:28:48: Denkst du darüber nach oder ist es was, was dich beschäftigt?

00:28:53: Also ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich es bisher immer geschafft habe, mit den Leuten auf Augenhöhe zu sein, die mir gegenüber sitzen.

00:29:03: Egal von wo man kommt, egal was man gemacht hat, was man durchgemacht hat, man bekommt von mir in der Regel ein Vertrauensvorschuss, nenne ich das immer, sage ich teilweise auch im Gespräch dazu, dass ich sage, Sie kriegen jetzt ein Vertrauensvorschuss, verkacken Sie es nicht.

00:29:17: Also ich bin da relativ ehrlich, sobald ich natürlich merke, okay, funktioniert hier gerade irgendwie nicht.

00:29:29: Bin ich aber auch derjenige, ich schicke, also wenn wir jetzt mal das Szenario nehmen mit, das Geld wird eingestellt, weil das ist immer das, das ist das Schlimmste, wenn das Geld weg ist.

00:29:43: Bis es dahin kommt, gibt es hundert Proden Anruf von mir, eventuell in der Einladung, wo ich dann auch sagen muss, hey, wir müssen mal sprechen, was ist denn aktuell so los?

00:29:56: dann gibt es noch mal einen Brief, dann gibt es eine Erinnerung zum Brief, dann gibt es noch mal einen Anruf, dann gibt es noch mal eine Erinnerung zum Brief.

00:30:04: und irgendwann, also wir reden jetzt auch von so zwei, drei Monaten später, dann kann es tatsächlich sein, dass ich wiederwillig, muss ich auch dazu sagen, dass wiederwillig eventuell sowas eintreten kann, weil man sagt, ich brauche etwas, ich komme nicht ran, eine andere Möglichkeit habe ich nicht.

00:30:23: sehe mich da auch, ehrlich gesagt, nicht in irgendeiner Machtposition, weil ich bin ja auf der Seite der Kunden.

00:30:30: Also ganz kurz, vielleicht Jobcenter, es sind Kunden.

00:30:34: Ich weiß, Kunden macht eigentlich gar keinen Sinn von diesem Szenario her, weil Kunden will man haben.

00:30:38: Ich sage immer, ich will keine Kunden.

00:30:40: Ich will alle loswerden.

00:30:41: Ich will, dass jeder hier, ich will, dass jeder mich los wird, in Anführungszeichen.

00:30:45: Jeder soll raus aus dem Jobcenter.

00:30:47: Wie kann ich ihnen helfen, mich wieder loszuwerden?

00:30:50: Das ist auch eine Frage, die ich immer wieder gerne stelle.

00:30:53: Ich empfinde es nicht so, dass ich die Macht habe, sondern ich bin eher so okay, wo kann ich Ihnen helfen, wie kann ich das unterstützen, wie kriegen wir das hin, dass Sie eventuell an den und den Dingen arbeiten können, die Sie gerade daran hindern, vielleicht eine Arbeit aufzunehmen und versuche mit demjenigen das dann zu erarbeiten.

00:31:21: Deswegen erst mal dieser Vertrauensvorschuss.

00:31:23: Und irgendwann, weil man hat solche und solche, irgendwann kann es schon mal vorkommen, dass sich dann auch mit dieser Keule rauskommen und sagen, ey, denken Sie dran.

00:31:34: Ich bin auf Ihrer Seite, sorgen Sie nicht dafür, dass sich das Blatt wendet.

00:31:37: Weil sonst muss ich gegen Sie arbeiten und das möchte ich nicht, das wollen Sie nicht.

00:31:41: Also du bist auf jeden Fall sehr wohlwollend.

00:31:42: Ich

00:31:42: bin sehr wohlwollend.

00:31:43: Mit dem

00:31:44: sachlichen wohlwollenden Eindruck, der Frage ist nur, ob du das auch helst über die Jahre oder ob sich das irgendwann ein bisschen Man wird ja durch den Job abgestumpfen, so was meine

00:31:53: ich.

00:31:53: Das auf jeden Fall.

00:31:54: Und ich meine mir nicht, dass du jetzt da durch ein schreckliches Monster wirst, das natürlich nicht.

00:31:57: Nein.

00:31:57: Aber so wie du jetzt links denk ich, kann man mit dir arbeiten und wenn man sich das ver...ver...saut.

00:32:06: Saut?

00:32:07: Dann ist man selber schuld.

00:32:08: Ja, also... Hab ich auch schon selber so erlebt, ja.

00:32:11: Und es war selten, dass ich mal gesagt hab, dass es der Berater sei oder dem Amt seine Schuld war, selten.

00:32:16: Es ist, ich will auch... Ich will den Leuten klarmachen, dass sie einen Teil eigen Verantwortung haben.

00:32:23: Ja, natürlich.

00:32:24: So, wenn ich natürlich irgendwelche Unterlagen brauche, den Antrag, nehmen wir den Antrag.

00:32:30: Ohne Antrag kann ich nicht bewilligen.

00:32:32: Was soll ich bewilligen?

00:32:33: Da geht nix.

00:32:35: Und das versuche ich auch immer wieder zu vermitteln, wenn sie mir die Sachen nicht bringen.

00:32:39: Sie sind in der Verantwortung.

00:32:41: Sie kriegen hier Geld jeden Monat vom Jobcenter.

00:32:44: Sie müssen zu mir kommen, wenn sie was von mir brauchen.

00:32:46: Ich gebe Ihnen das.

00:32:48: Wenn ich kann, natürlich.

00:32:49: Da kommen die Paragraphen ins Spiel.

00:32:52: Ja.

00:32:52: Aber was halt irgendwie vielen nicht in den Kopf geht, ist, die kriegen das Geld praktisch geschenkt.

00:32:57: Sie kriegen es geschenkt.

00:32:57: Und alles, was sie müssen, ist dafür eine Unterschrift setzen.

00:33:00: Quasi.

00:33:00: Und dazu verhalten sie sich dann, oh, wasch mein Geld, jetzt wird's denen, hätten sie dafür einen ganzen Monat gebuggelt.

00:33:06: Ist teilweise, teilweise ja, ich hab die meisten, wirklich die meisten, will ich auch dazu sagen, weil das wird öffentlich und das ist immer noch ein Gedanke, den viel zu viele haben.

00:33:16: Achtzig Prozent der Leistungsbezieher verarschen das Jobcenter von vorne bis hinten.

00:33:21: Nein.

00:33:22: Nein, es sind auch keine Sechzig, es sind auch keine Fünfzig.

00:33:25: Ich habe jetzt keine Statistiken hier mitgebracht, die gibt es, glaube ich, auch nicht.

00:33:30: Es sind vielleicht fünf bis maximal, da lasse ich noch mit mir reden, zehn Prozent, wo ich wirklich denke, also du kannst mehr.

00:33:38: Und bei allen anderen gibt es Gründe, gibt es Ausreden, aber gute Ausreden, aber gibt es immer irgendeinen Grund, warum ich sagen kann, Ich verstehe, was Sie hier durchmachen.

00:33:51: Ich versuche, da entgegenzukommen.

00:33:53: So weit wie ich halt kann.

00:33:55: Und diese fünf bis zehn Prozent, das sind auch in dem Szenario meistens die, wo ich dann die Keule mal rausholte und sage, hören Sie zu, wenn Sie nicht mitarbeiten, arbeite ich jetzt auch nicht mehr mit.

00:34:04: Überlegen Sie sich's, aber bei dem Rest funktioniert das eigentlich einwandfrei.

00:34:08: Sag ich ehrlich, funktioniert.

00:34:12: Ich hab mir jetzt noch was bemerkt.

00:34:14: Ich weiß nicht, ob wir das besprechen sollten, müssen oder was auch immer.

00:34:18: Es geht ja darum, das Job Sender hat sich auch geändert, so in den letzten Jahrzehnten, wo ich immer wieder Kontakt damit hatte.

00:34:25: Aber zum Beispiel früher war es so, da hat man seinen Berater bekommen, bei dem wurde man vorstellig und dann hieß es so, du schreibst jetzt so und so viele Bewerbungen diesen Monat, die dir direkt schon in die Liste ein, du sagst, was dabei rausgekommen ist, du sagst, was bei dem Bewerbungsgeschäft rausgekommen ist und dann kommst du den Monat wieder und dann sagst du mir, was du geleistet hast.

00:34:43: Und so durch Corona irgendwie hat sich das ein Stück weit verloren.

00:34:47: Ich weiß es nicht.

00:34:48: Und heutzutage, als ich zum Beispiel das letzte Mal davor ein, zwei Jahren war, war es so, dass teilweise für gegen drei Monate ohne irgendeine Rückmeldung, aber in den drei Monaten hat sich meine Berater zweimal gewechselt.

00:34:59: Ich habe aber nie mit ihm gesprochen.

00:35:01: Und teilweise kam dann mal, dass ich zum Beispiel zu einem Termin geladen wurde, zu einem Berater, den ich einmal gesehen habe und nie wieder.

00:35:06: Und zum Beispiel, ich habe mal gefragt, existiert dieses System noch?

00:35:10: Und dann wurde mir gesagt, dass ich mittlerweile eigentlich nur noch freiwillig Und ich weiß es halt nicht, weil, ich meine, du kennst halt jetzt schon früher wahrscheinlich nicht so, wie es da war.

00:35:18: Aber da ging es noch geordneter zu, habe ich das Gefühl.

00:35:20: Jetzt mittlerweile habe ich das Gefühl, die verwalten einfach nur noch die Leute, weil es viel zu viel sind.

00:35:25: Geordnet ist ein gutes

00:35:26: Wort.

00:35:26: Und gerade auf vermittelt wird nicht mehr viel.

00:35:29: Also

00:35:29: muss ich das selber rausschaffen, wenn wir wieder arbeiten werden, habe ich das Gefühl.

00:35:32: Ist nett auf dich bezogen, aber aufs Gesamte bezogen.

00:35:37: Wir kennen uns ja auch vorher nicht.

00:35:39: Ich weiß auch, dass es nicht auf mich bezogen ist.

00:35:41: Das musst du nicht extra

00:35:42: dazu sagen.

00:35:42: Ja, schon, aber für die Zuhörer.

00:35:45: Nein, es ist tatsächlich so, dass es früher gab es diese ganzen Paragrafen zum Sanktionieren aufgrund von X, Y, Z und Grund A, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben.

00:35:56: Und dann kam Corona, dann wurde das tatsächlich aufgehoben.

00:35:59: Auch die persönlichen Vorsprachen.

00:36:02: Wie willst du während Corona?

00:36:03: Da haben wir alle drei Kreuzzeichen gemacht, wenn wir es nicht bekommen haben.

00:36:08: Und dann ging das auch erst ganz langsam wieder los mit Maskenpflicht.

00:36:11: Und dann hieß es auch, wenn man will, darf man einladen.

00:36:15: Es ist aber keine Pflicht.

00:36:16: Und

00:36:17: die jüngste Änderung, also auch so vom System her, in Mannheim ist auch die, dass wir ab dem jetzt seit diesem Jahr haben wir wirklich wieder das Ziel bis... Jetzt zum Halbjahr waren es Achtzig Prozent Beratungsquote.

00:36:33: Bis Ende des Jahres ist das Ziel Fünfund Achtzig Prozent.

00:36:36: Das heißt, Fünfund Achtzig Prozent der Kunden im Jobcenter in Mannheim sollen innerhalb von sechs Monaten eingeladen werden.

00:36:45: Und es ist tatsächlich im Jobcenter Mannheim so.

00:36:50: Viele Zuhörer werden das anders kennen, weil viele Zuhörer werden einen Ansprechpartner.

00:36:56: in der Vermittlung haben, also Zuhörer, die im Leistungsbezug sind, wollte ich dazu sagen.

00:37:01: Viele werden einen Ansprechpartner in der Vermittlung haben und einen Ansprechpartner in der Leistungssachbearbeitung.

00:37:07: Die gehen mit allen Fragen zu ihrem Bescheiden, zu warum, wieso, wie viel Geld, gehen die zu Person A und mit allem, was Bewerbungen, Vermittlung, Qualifizierung, gehen die zu Person B. Mannheim hat Person A und Person B in einem, nennt sich persönlicher Ansprechpartner.

00:37:26: heißt aber auch, ich muss immer koordinieren, dass ich beides schaffe.

00:37:33: Und dann ist halt die Frage, wenn beides zu viel ist, was macht man eher?

00:37:38: Bearbeitet man den Antrag, dass die Leute ihr Geld bekommen, dass sie ihre Existenzen sichern können?

00:37:45: Oder ruft man den Kunden an und fragt nach, wo er sich denn diesen Monat beworben hat?

00:37:50: Da ist Da ist das Verhältnis relativ

00:37:53: klar.

00:37:53: Damit bestätigst du ja eigentlich das, was ich gesagt habe, dass es mittlerweile so viel antragen wird, dass die Leute eigentlich nur noch erst mal verarbeitet werden und gar nicht mehr richtig betreut werden können.

00:38:02: Also es ist das Ziel, dass auch die Vermittlung und die Beratung, dass die eben wieder hochgeht durch persönliche Vorsprachen, dass man da einfach wieder so eine Regelmäßigkeit rein bekommt.

00:38:14: Man merkt auch, jeder Mitarbeiter im Jobcenter hat ja auch seine eigene seine eigene Hintergrundgeschichte.

00:38:21: Manche kommen aus dem Recht, aus dem Jura, manche haben, keine Ahnung, Archäologie studiert vorher.

00:38:28: Also es sind super viele auch Quereinsteiger mit dabei.

00:38:32: Und wenn die natürlich eher so Fähigkeiten im Bereich zahlen und da machen die das natürlich lieber.

00:38:43: Wir haben aber auch Leute, die kamen vielleicht, vorher haben die vielleicht in der Vermittlung gearbeitet, in der reinen Vermittlung, dass die dann natürlich einen höheren Wert drauflegen.

00:38:51: Das ist dann auch gleich, ich versuche, ich versuche die vierzig, sechzig zu schaffen, weil es sind immer, also sechzig Prozent Leistungsbearbeitung, vierzig Prozent Vermittlung.

00:39:04: Ich gehe mal ans Telefon und ruf an und sag, ey, wie sieht's denn aus?

00:39:07: Wie waren das Probearbeiten?

00:39:08: Erzählen Sie mal.

00:39:09: So fünf Minuten, einfach kurz.

00:39:12: Kann ich aber auch nur, wenn ich nicht gerade noch irgendwie eine Vertretung nebenbei habe.

00:39:16: Also letzten Endes ist das Arbeitspensum wäre für mich persönlich einfacher, wenn ich vielleicht zwanzig Haushalte, sagen wir es mal so, so zwanzig Haushalte weniger betreuen würde, dann könnte ich wahrscheinlich, hätte ich mein perfektes Arbeitspensum.

00:39:37: Während unserer Vorbereitung sind wir auf den tollen Satz gestoßen.

00:39:40: Ein Sack hat keine Schubladen.

00:39:42: Oder wie Marcel jetzt sagen würde, das letzte Hemd hat keine Taschen.

00:39:46: Das ist ja auch eine ganz spannende Sache, weil mittlerweile ist es ja so, dass man, wie du es vorhin schon geschildert hast, heutzutage ist alles teurer und überreines arbeiten, schafft man es ja gar nicht irgendwie, zumal die allerwenigsten, sich ein großes Vermögen anzuhäufen.

00:40:00: Aber es gibt ja doch ganz, ganz viele Menschen, die ein großes Vermögen haben.

00:40:06: Und wer Vermögen hat, Vererbvermögen und dementsprechend starten halt Menschen entweder besser ausgestattet oder eben schlechter ausgestattet ins Leben.

00:40:16: Erlebst du das aus deiner Jobcenter Erfahrung auch so, dass das gegenteilig auch so ist, dass Armut vererbbar ist?

00:40:22: Auf jeden Fall.

00:40:23: Auf jeden Fall.

00:40:25: Also, ich weiß nicht.

00:40:28: Aber sehr oft ist es natürlich auch, dass die Kinder ... von unseren Leistungsbezirren wachsen im Leistungsbezug auf.

00:40:38: Die haben ja nicht mehr Geld, weil wenn die Eltern im Leistungsbezug sind, also wenn die Eltern schon nichts haben, haben die Kinder ja auch nichts.

00:40:45: Natürlich kriegen sie den jeweiligen Bedarf von uns ja dann auch.

00:40:48: Es gibt Kindergeld.

00:40:51: Aber letzten Endes, ich freue mich immer, wenn ich Eltern habe, die mir dann mitteilen.

00:41:00: Mein Sohn, der große, fängt jetzt im September seine Ausbildung zum Industriemechaniker.

00:41:07: Das ist immer super schön, weil ich denke, toll, Ausbildung, abgeschlossene Brustausbildung.

00:41:11: Super, da kann man im Handwerk.

00:41:13: Fantastisch.

00:41:14: Da hat man richtig gute Einstiegschancen auch auf dem Arbeitsmarkt.

00:41:18: Aber es ist auch super oft, dass Kinder sich dann natürlich auch in der Verantwortung für ihre Eltern fühlen zu sagen, ich gebe jeden Monat das und das Geld ab um meine Eltern zu unterstützen oder ich versuche irgendwie in dem Bereich noch was zu machen und ich sag auch immer dazu also Kinder sehen was man ihnen vorlebt und Das ist halt, wenn die Kinder sehen, ah ja, Mama und Papa sind zu Hause, oder Mama ist zu Hause, Papa ist zu Hause.

00:41:51: Und die finden das gerade total toll.

00:41:53: Und die wollen vielleicht auch gar nicht arbeiten, die finden das gar nicht schlimm, jetzt irgendwie da im Leistungsbezug zu sein.

00:41:59: Und die kriegen ja jeden Monat ihr Geld.

00:42:01: Warum sollten die Kinder aus der Perspektive, dass ja so alles funktioniert, warum sollten die Motivation dazu haben?

00:42:11: was anders zu machen.

00:42:12: Was

00:42:12: ich auch schon gehört habe von der Kollegin, die quasi mit einer Mutter aufgewachsen ist, die Bürgergeldempfängerin war, damals noch Hartz-IV-Empfängerin und die hatte eigentlich Abitur und wollte studieren und ihr wurde sehr nahegelegt vom Jobcenter sozusagen eine Ausbildung zu machen.

00:42:31: Ist das was, was du auch kennst?

00:42:33: Also weil sie hat sich da gar nicht unterstützt gefühlt im Sinne von ich könnte jetzt eigentlich studieren, weil ich habe ein sehr gutes Abitur, aber sie wurde da gar nicht hingefördert, sondern eher in Richtung Ausbildung gedrängt.

00:42:45: Okay, nee, kenne ich so von, also würde ich jetzt nicht machen.

00:42:49: Was natürlich der Fall ist, also man muss auch dazu sagen, ich betreue ja erst ab fünfundzwanzig.

00:42:54: Das bedeutet Kinder ab achtzehn, wo es dann eben darum geht, werden im jungen Mannheim betreut.

00:43:01: Danke.

00:43:02: Kenne ich die Vorgehensweisen tatsächlich nicht.

00:43:05: Aber ich hatte es schon das Eltern gefragt haben, was wäre denn besser, Studium oder Ausbildung?

00:43:10: Und letzten Endes, was ich dann immer in meiner Verpflichtung sehe, ist schon darüber aufzuklären, was bedeutet das eine und was bedeutet das andere.

00:43:19: Bei einer Ausbildung verdient man schon Geld.

00:43:21: Bei einem Studium, regulär, tut man das in der Regel nicht.

00:43:27: Das sind zwei Stiefel.

00:43:29: Da muss man sich dann entscheiden, so dass ich aber jemals gesagt hätte, ne, lass das mit dem Studium, mach gefälligste Ausbildung.

00:43:39: Das ist mir noch nie passiert.

00:43:42: Was ich aber schon dazusage ist, hören Sie zu, im Studium, wenn Sie studieren, haben Sie im Regelfall kein Anspruch mehr auf Bürgergeld, weil man hat einen Anspruch, wenn man sich dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellt.

00:43:57: Durch ein Vollzeitstudium kann man das nicht mehr, tut man das nicht.

00:44:02: Heißt, man müsste dann ins Barvög wechseln.

00:44:06: Und Barvög ist eine Nummer für sich.

00:44:09: Das ist aber eigentlich alles, was ich dann dazu sage.

00:44:12: Die meisten finden das für sich dann raus, was das dann genau bedeutet.

00:44:16: Jan, du wolltest noch was sagen zu einem Sack, hat keine Schubladen?

00:44:19: Ich wollte, als ihr das erwähnt habt hier mit das letzte im Detail, kann man keine Taschen, das hat meine geliebte Oma, deutsche Salz, hat das immer gesagt.

00:44:27: Und es ist halt so, ich finde es komisch, wie manche Leute ihren Reichtum sofort sehen können und dann sterben die und dann machen sie gar nichts mehr davon, außer vielleicht einen schönen Sack.

00:44:38: Und dass man was in sich, wenn man jetzt mal die zehn reichsten Leute nimmt, den zehn Prozent von ihrem Vermögen wegnimmt, dann könnte man schon X tausende Probleme lösen.

00:44:49: Und das finde ich halt einfach so, ich finde es so so, also es ist eigentlich eine Utopie, wirklich.

00:44:54: dass wir in so einer Gesellschaft leben, wo es solche Unterschiede gibt und es alles nur wegen Papier mit Zahlen drauf.

00:45:02: Das geht irgendwie nicht ganz in meinen Kopf rein, wirklich.

00:45:06: Und es wird immer schlimmer, es wird immer schlimmer.

00:45:09: So diese Kluft zwischen Arm und Reich auch.

00:45:11: Und wirklich, ich bin ja echt schon ganz unten im Obfluss rumgegurgelt.

00:45:15: Aber im Endeffekt ist wie überall ich mir aufgefallen, es hängt von einem selber ab.

00:45:20: Im Endeffekt muss ich selber rauskämpfen.

00:45:22: Wenn du dich selber rauskämpfen kannst, dann... Wenn es in dir steckt, sag ich mal, dann schaffst du es auch.

00:45:27: Aber egal, welche Umstände, dann schaffst du das, dann findest du deinen Weg.

00:45:31: Aber wenn es nicht in dir steckt, dann landest du halt dort, wo du hingehörst.

00:45:36: Es ist prädestiniert, ein Stück weit habe ich das Gefühl.

00:45:39: Und es ist nicht nur durch Eltern, sondern das vor allem auch durch, natürlich auch durch Eltern und durch Vorbilder vor Funktionen.

00:45:45: Das habe ich dich zum Beispiel vorhin, Juliana, auch nach Knoten.

00:45:47: dann nach der intakten Familie gefragt, denn also wirklich bei mir, ich kenne wirklich so viele Leute, die droge ist, sonst was, die ihr Leben versaut haben und sowas.

00:45:57: Und mir fällt ein roter Faden wirklich, krellrot leuchtend darauf, die, die schön studiert haben und auch einen schönen Job angefangen haben, Familie gegründet haben, die sind zum allergrößten Teil, ich könnte jetzt keine Zahlen nennen, aber zum allergrößten Teil wirklich aus einer intakten Familie gekommen.

00:46:14: Und die, die es eben nicht geschafft haben oder jetzt so wie ich erst auf einem Umweg geschafft haben, die sind eben aus einer nicht intakten Familie gekommen oder aus einer Familie, wo es viel Streit gab oder so, wo man Gewalt erlebt hat und solche Sachen.

00:46:26: Und das ist wirklich ein roter Faden, das ist extrem, extrem.

00:46:29: Wenn die Kinder keine älteren Figuren haben, das ist ganz, ganz, ganz schlecht für die Zukunft, ganz schlecht.

00:46:34: Das macht auf jeden Fall auch Sinn.

00:46:35: Also ich habe jetzt natürlich auch hierzu keine fundierte wissenschaftliche Meinung.

00:46:39: Aber... Ja, es macht halt einfach auch nur Sinn und auch nicht falsch verstehen, was ich vorhin gesagt habe.

00:46:46: Ich meine nicht alle Eltern im Leistungsbezug, weil gerade die Eltern, die eigentlich wollen, aber aus irgendwelchen Gründen nicht können.

00:46:54: Sei es Kinderbetreuung, Gesundheit, Pflege der eigenen Eltern, da gibt es so viele Möglichkeiten, warum man jetzt vielleicht nicht arbeiten kann.

00:47:03: Und es wird trotzdem noch ein Teilzeitjob gemacht, aber man kann halt einfach nicht mehr.

00:47:09: Da sehe ich das auch nicht.

00:47:11: Also da sind auch die Kinder und da sind auch die Eltern wirklich hinterher, die dann teilweise bei mir sitzen und sagen, ich habe ihr schon gesagt, wenn die keine Ausbildung anfangen, wo ich dann sagen muss, ja jetzt beruhigen Sie sich, Ihre Tochter findet schon was.

00:47:23: Also wo ich dann auch teilweise sage, dass wir machen das schon, alles gut.

00:47:27: Wenn sie Beratung braucht hier, da kann sie sich dauert hinwenden.

00:47:32: Das ist... Doch, das fällt auf.

00:47:34: Ja, das Bürgergeld soll ja ein Sicherheitsnetz praktisch sein, bevor man komplett in die Armut oder Obdachlosigkeit abrutscht.

00:47:43: Nur für einige darüber, dass diesen Sicherheitsnetz eine permanente Bleibe praktisch.

00:47:48: Und manchen gefällt es dort ja sogar, das ist halt das Ding.

00:47:51: Und manchen gefällt es dort nett, aber sie müssen dort bleiben, weil wie du eben beschrieben hast, ja, verschiedene Gründe eben rauskommen.

00:47:56: Ja, aber das ist das... Ein bisschen

00:47:57: schwierig, ja.

00:47:59: Ja, das ist das mit der Eigenverantwortung.

00:48:01: Ich sage auch immer, ich kann Ihnen jede Hilfe anbieten.

00:48:04: Nehmen müssen Sie sie aber selber.

00:48:06: Es bringt nichts, wenn ich sage, Sie können dahin und dahin und dahin, wenn man nicht geht.

00:48:12: Du musst es wollen, du musst es einmal wissen, aber du musst es auch fühlen.

00:48:16: Du musst die Erfahrung gemacht haben, sonst geht es nicht in dich über.

00:48:20: Vor allem das fühlen ist dabei wichtig.

00:48:22: Das stimmt.

00:48:24: Und ich merke auch, Es gibt ja auch Teufelskreisarmut, also gerade bei unseren Besuchern in einem Café Anker ist das schon so, dass manche sind halt derart quasi raus aus dem System, sei es weil sie in der JVA waren, weil irgendwelche Sachen schief gegangen sind und einfach keine Leistung mehr empfangen und dann häufig an der Punkt sind, dass sie halt auch überhaupt kein Geld haben, kein Pass, kein... Also, dass die Ausgangsvoraussetzungen, um in den Bezug zu kommen, nicht da sind.

00:48:51: Und das ist ein ganz großes Problem.

00:48:54: was ich im Alltag erlebe, dass das gesagt wird, okay, Person X, Y brauchen Pass, um in den Bezug zu kommen, aber um diesen Pass zu bekommen, braucht mir erst mal Geld.

00:49:05: Wenn das womöglich noch eine Person ist mit einem Migrationshintergrund, die zu einem Konsulat fahren muss und damit teufeln sich dann auch die Kosten.

00:49:13: Hast du eine Idee, wie man mit diesem Teufelskreis umgehen könnte?

00:49:17: Wie kriegt man es hin, dass die Personen ... ohne zu stehlen oder auf illegalem Weg an das Geld kommen, um sich zum Beispiel einen Pass zu beantragen.

00:49:29: Kann ich dafür euch kurz noch was sagen?

00:49:30: Weil ich habe selber schon mal geschafft, mich in so einer Situation zu manövrieren.

00:49:35: Und es war damals wirklich so abhängig, drogensüchtig.

00:49:39: Man kümmert sich um nichts, man hat wirklich Antrieb und sonst was.

00:49:41: Selbst wenn man im Substitutionenprogramm ist, ist man nicht unbedingt gut relaunt, die meiste Zeit.

00:49:47: So viele sind halt draußen saufen und sonst wollte ich eigentlich nie.

00:49:50: Und was mir hat irgendwann passiert, ist, ich hatte jetzt aber jetzt schon gemerkt, da auch gerade mich ein bisschen durcheinander und so was.

00:49:59: Und da habe ich es halt echt geschafft, dass ich keinen Bankkonto mehr hatte.

00:50:02: Also es wurde aufgelöst oder sonst was.

00:50:05: Mein Pass war nicht mehr gültig.

00:50:06: Und selbst mein Pass, den vorläufigen Pass, den ich mal machen gelassen habe, der war schon seit einem Jahr abgelaufen.

00:50:13: Und ich hatte im Prinzip keine Krankenversicherung, gerade nichts mehr mit dem ich mich hätte ausreißen können.

00:50:19: Und dann stand ich auch da und dachte mir, okay, natürlich kann ich für zehn Euro einen machen lassen.

00:50:24: Aber wie kann ich jetzt, wenn ich jetzt keinen kennen, auf legalem Wege, diese zehn Euro erwirtschaften, ohne Betteln zu gehen oder sonst was, oder wie auch immer.

00:50:33: Das war damals ... Und deswegen könnte ich jetzt losgehen und Pann sammeln und den Pass in dem Tag haben, aber du musst dich ... Wir sind in die Personen reinversetzten, die haben gerade mal die Energie, morgens aufzustehen, sich ihren Substitut abzuholen und dann sich irgendwo weiter hinzulegen.

00:50:47: Das ist halt so.

00:50:48: Den geht's nicht gut.

00:50:50: Und dass denen dann auch noch irgendwie einen Pass zusammen zu kratzen ist für die fast unmöglich.

00:50:55: War es für mich auch?

00:50:56: Ich war auch nie lange ohne Pass.

00:50:58: Jetzt denke ich mir, was ist los mit dem?

00:50:59: Wie konntest du das sein?

00:51:01: Weil ich weiß, dass ich mal anders war, dass ich alles kann.

00:51:03: Aber viele hängen da halt ewig drin fest.

00:51:06: Die Frage von der Mannung nochmal aufzugreifen.

00:51:08: Gibt es dann einen Weg, wenn man wirklich ganz am Ende ist, wirklich nochmal vielleicht irgendwie in der Hand gereicht zu bekommen?

00:51:15: Also tatsächlich kann ich da jetzt keine super tolle Antwort geben, die ihr euch da vielleicht wünscht.

00:51:21: Das tut mir wirklich leid.

00:51:24: Ich schieb das auch ein bisschen darauf.

00:51:26: Meine, die Kunden, die ich bekomme, also die Bedarfsgemeinschaften, die sind ja alle schon bewilligt.

00:51:32: Das bedeutet, man stellt einen Antrag bei der Erstantragsstelle, die machen alles fertig und schicken quasi erst mit dem Bewilligungsbescheid.

00:51:42: Gucken die dann?

00:51:43: Alles klar.

00:51:44: Und jetzt wird geroutet, wird geschaut, in welchem Bestandsteam, in Anführungszeichen, der jene Gedanke betreut wird.

00:51:53: Heißt, ich bekomme immer nur Fälle.

00:51:56: wo das gar nicht mehr die Frage ist, weil das Geld ist schon da, das Geld wurde schon ausgezahlt.

00:52:03: Bei solchen Sachen bin ich auch immer so, dass ich selber an meinem PC, meistens kriege ich ja einen Anruf, wo es dann heißt, Julia, ich brauche Hilfe.

00:52:15: Und dann muss ich quasi selber teilweise auch gucken, okay, was macht man da, was können wir da unternehmen und bin dann da am Google zusammen mit demjenigen am Telefon.

00:52:27: Letzten Endes ist es meistens so, dass ich dann halt auch schaue, okay, gibt es vielleicht Angebote von der Caritas, weil Caritas natürlich ein supergroßer sozialer Träger auch ist, gibt es Angebote von der Stadt Mannheim, gibt es da irgendwie Möglichkeiten über die Behörde, dass Keine Ahnung, auf Rechnung zu machen, wie auch immer.

00:52:48: Also ich bin dann aber selber so, dass ich sage, was würde ich in dem Moment tun?

00:52:52: Was gibt es für Ideen, so dass ich jetzt immer direkt weiß, was zu tun ist, wo man sich hinwenden muss, ist sehr selten der Fall.

00:53:00: Meistens mache ich das aus Erfahrung, die ich schon gemacht habe und dann sage, ich hatte da mal einen Fall, da haben wir das so und so geregelt.

00:53:09: Oder ich setze mich halt selber hin und sage, ich gucke jetzt mit Ihnen zusammen.

00:53:13: und Google.

00:53:14: mal kurz, ob ich jetzt auf die Schnelle was finde.

00:53:17: Und wenn ich das nicht tue, weil ich habe ja auch wieder nur begrenzt Zeit, das ist immer mein Problem, sage ich halt auch, gehen Sie mal auf die Seite von der Stadt Mannheim, schauen Sie mal da, geben Sie mal auf Google einen vorläufiger Reisepass, schauen Sie mal mit der Bezahlung, wie das funktioniert, ob es da irgendwie Fördermöglichkeiten gibt, ob es genau für solche Fälle Möglichkeiten gibt.

00:53:38: beim Dropcenter, wüsste ich es nicht.

00:53:41: müsste ich jetzt selbst bei der Erstantragsstelle anrufen und mal nachfragen.

00:53:45: Aber schwierig, schwierig.

00:53:48: Ich

00:53:48: habe damals gesucht, also da gibt es, offiziell gibt es da nichts.

00:53:52: und es finde ich schade, dass man jetzt sagt, okay, du bist egal ob deutscher Staatsbürger oder egal, du bist ein Bürger hier in diesem Land und brauchst zehn Euro für den Pasta, damit du hier ganz normal agieren kannst, die dann Bankkonto machen kannst, damit du vielleicht auch mehr Geld hier herholen kannst, dass du ja auch wiederum hier in der Wirtschaft ausgibst etc.

00:54:11: Dass man dann sagt, okay, einmal, du kannst dir die Chance, hier kriegst du deinen Passour im Sonntag.

00:54:15: Oder hier dein erster Pferd, den kriegst du auch für den Sonntag.

00:54:18: Dass wir für unseren Pferd so zahlen müssen.

00:54:19: Das finde ich auch ein Starkstück eigentlich.

00:54:22: So, als Bürger dieses Landes, für den Personalausweis zu zahlen, das ist schon hart.

00:54:25: Ja,

00:54:26: es ist vor allem Pflicht.

00:54:27: Ja, und es ist gleichzeitig noch so eine Pflicht zu machen.

00:54:30: Und letztendlich bleibt es ja nicht bei den zehn Euro, weil der vorläufige Kostetreiz in der Promenpassfotos, dann wie gesagt mit dem Migrationshintergrund, dann hat man quasi noch die Fahrt zum Konsolat, woher auch immer das iskalsruhe München.

00:54:41: Also das ist schon nochmal ein bisschen mehr als zehn Euro.

00:54:46: Was du jetzt schilderst Julia ist ja schon eine klare so funktionelle Arbeitsteilung.

00:54:50: Also die Jobs in der Mannheim die einen sind zuständig für die u-twanzig die anderen sind zuständig für Menschen die erst so einen Antrag stellen die anderen.

00:54:59: Dann haben wir mal nicht die Arbeitsteilung was Vermittlung und genau das ist das einzige wo keine Abstandung ist.

00:55:04: aber und auch Menschen mit Obdachlosigkeit sind ja auch nochmal ausgelagert woanders.

00:55:10: Würdest du sagen es oder könntest du dir vorstellen dass es mehr.

00:55:14: Sinn machen würde für so ein Beziehungsaufbau und für so eine Entwicklung, dass das eine Person für das ganze Paket zuständig ist?

00:55:23: Es hat beides sein Für und Wieder.

00:55:26: Also es gibt für die eine Variante, gibt es Argumente dafür, für die andere aber auch.

00:55:33: Also, dass man irgendwo was auslagern muss, das ist logisch.

00:55:40: Es ist halt immer schwierig mit dieser.

00:55:42: In so einem Fall ist der zuständig, in so einem Fall ist der zuständig.

00:55:45: Wenn Sie von so einem Fall zu so einem Fall wechseln, haben Sie eine Änderung der Zuständigkeit, der eine Kollege hat uns dann vielleicht noch verlassen.

00:55:52: Das heißt, es wird wieder neu aufgeteilt, der neue Kollege kommt und man hat dann innerhalb von einem halben Jahr vier Ansprechpartner.

00:55:59: Das erkläre ich, was ich schon gesagt habe.

00:56:01: Das war da wirklich ein Jahr lang.

00:56:04: Und im Prinzip, ich hab mein Geld bekommen.

00:56:06: Aber ich hab ansonsten nur Briefe bekommen, dass ich meinen Ansprechpartner gewechselt hab.

00:56:10: Wenn ich versucht hab, anzurufen, war der gerade nicht erreichbar.

00:56:13: Und ansonsten kam der nächste Brief, dass er wieder gewechselt wurde.

00:56:15: Das ging ein Jahr lang so.

00:56:17: Ich war nicht einmal selber dort vorstellig in der Zeit.

00:56:22: Da kann man tatsächlich, also wir machen das auch nicht absichtlich, das wurde ich auch schon gefragt, ob wir das mit Absicht machen, dass man so alle zwei Jahre neuen Ansprechpartner bekommt.

00:56:30: Und ich habe dann auch gesagt, nee, aber es ist schon so, dass auch super viele Kollegen dann entweder vielleicht den Job wechseln oder wechseln vom Jobcenter in die Stadt und machen dann an anderer Stelle weiter.

00:56:44: oder es gibt irgendwie auch Personalentwicklungen, also dass man innerhalb des Jobcenters von dem Ansprechpartner zur Teamleitung wird, also sich auch karrieretechnisch weiterentwickelt, neue Aufgaben übernimmt, weshalb es wieder Verschiebungen gibt.

00:57:03: Da haben wir oftmals keinen Einfluss drauf.

00:57:07: Geld regiert die Lebenswelt.

00:57:09: Wie ist das Sucht und Geld?

00:57:11: Was kannst du dazu sagen, was gibt es da für

00:57:14: Erfahrungen?

00:57:15: Eine Sache über dich.

00:57:17: heutzutage immer wieder drüber nachdenken, jetzt wo ich halt nix mehr nehme, außer Gras sehr noch und ab und zu mal ein Bier, aber halt keine wirklichen Drogen mehr.

00:57:25: Zum Beispiel hätte man mir früher hundert Euro in die Hand gedrückt, ich mir gedacht, jo, da kann ich mir ja was für sich, ein Gramm Kokain, noch bisschen Heroin, Gras, was zu Essen sogar noch holen und ein paar Bier.

00:57:34: Jetzt heute habe ich viel mehr Geld und denke mir so, nee, das gebe ich nicht dafür aus, dafür bin ich viel zu geizig.

00:57:39: Und es ist halt echt so, wenn man gar nichts hat, worauf man praktisch nur sein Bürgergeld hat oder sowas.

00:57:47: Das ist dann, ich weiß ja, da ist es schwierig, da denkt man, es lohnt sich gar nicht, das zu sparen.

00:57:53: Warum soll ich das sparen?

00:57:54: Was soll ich daran sparen?

00:57:55: Ich gebe es eh aus.

00:57:58: Aber wenn man... Geld verdient und es bleibt ein bisschen was hängen am Monat, dann sieht man, okay, vielleicht kann ich da was machen, kann da was anlegen, kann das vielleicht da irgendwie geschickt unterbringen und sonst was, damit ich ein bisschen Geld spare, fürs Alter vielleicht auch noch oder vielleicht dann in ein paar Jahre ein bisschen mehr rauskrieg, aber wenn du da im Jobcenter bist und dein Geld verdrucken ausgibst, fast, fast dein ganzes Geld und dich sonst irgendwie nur durchschlängelt, dass du halt gerade so überlebst, ohne Tod umzukippen vor Hunger, ne, dann Lebensweise ist dann kaputt, keine Lebensweise mehr.

00:58:30: Sorry, wenn ich dir jetzt gerade so eine Plumbeantwort gegeben habe, aber du hast vielleicht ein bisschen mehr erwartet oder so, aber das Problem ist, das ist wirklich die knallharte Realität.

00:58:38: Also die Leute, die Drogen nehmen und Bürgergeld empfangen, die wo gut darin sind, das Geld zu, Dorfengeld zu hocken, die haben es eine Woche, andere haben es nur ein, zwei Tage und das ist immer so.

00:58:50: Für die ist es nicht, dass die denken, oh, ich bekomme jetzt Geld, das reicht den ganzen Monat, sondern oh, ich habe jetzt Geld, ich kann ein paar Tage auf die Kacke hauen.

00:58:56: So, das ist die Realität.

00:59:02: Vielleicht ein klein Schwank, wie wir uns kennengelernt haben, Julia.

00:59:06: Ach

00:59:06: ja, das war schön.

00:59:07: Ja, weil nämlich da habe ich nämlich gemeinsam mit einem Besucher aus dem Café Anker, der einen kutpsychotischen Zustand war, bei der Julia angerufen und du hast, glaube ich, alle Emotionen des Besuchers.

00:59:18: Einmal miterlebt.

00:59:19: Genau, von

00:59:20: totaler

00:59:21: Wut und Hassgefühlen hin zu schlimmsten Tränen.

00:59:27: hin, dann eine gute Entwicklung im Sinne von, ja, alles geht jetzt nur noch über die Manu, bitte, die Manu immer mit ins Boot nehmen.

00:59:35: Und ich war wirklich ganz arg beeindruckt von der Art und Weise, wie du mit dem gesprochen hast.

00:59:42: Das

00:59:43: ist voll schön, ich habe gerade keinen Sort.

00:59:45: Ja, wie du das ausgehalten hast und auch zugehört hast, weil ich erlebte es ganz oft ganz anders, dass Gesprächspartner am Telefon dann sehr schnell sehr unfreundlich werden und abwimmeln und so.

00:59:56: Und du hast dir das angehört.

00:59:58: Ich habe immer versucht zu sagen, du solltest das jetzt nicht persönlich nehmen und so.

01:00:00: Und du hast das wirklich so toll gemacht.

01:00:03: Und da würde ich mal hören, wie erlebst du das?

01:00:05: So Herausforderungen durch Kunden, die eben psychisch erkrankt sind oder eben suchtbedingt vielleicht ein herausforderndes.

01:00:15: mit sich bringen.

01:00:17: Komplett ganz unterschiedlich.

01:00:19: Wirklich ganz unterschiedlich.

01:00:21: Es ist, ich merke auch immer wieder, ich bin auch nur ein Mensch.

01:00:25: Es gibt Personen, bei denen kann ich vielleicht manche Dinge viel besser regulieren oder Mit denen komme ich viel besser klar.

01:00:35: und dann gibt es Personen, die sind vielleicht jetzt rational betrachtet, nicht so schlimm in ganz großen Anführungszeichen, aber mit denen komme ich nicht klar.

01:00:44: Das funktioniert nicht, wo ich auch immer wieder merke, oh also für so ein Gespräch mit jetzt Personen XY brauche ich vorher, brauche

01:00:52: ich Energie,

01:00:54: muss ich mich darauf vorbereiten, mental.

01:00:57: Bei dem Besucher war es tatsächlich so und das habe ich von Anfang an schon gemacht.

01:01:04: Wenn Leute sich aufregen am Telefon, im Gespräch, das geht nie gegen mich, die kennen mich nicht.

01:01:12: Keiner von denen kennt mich, keiner kennt meinen Vornamen.

01:01:17: Die wissen gar nicht, wer ich bin.

01:01:19: Der Hass geht nicht gegen mich, der Hass geht... in neunundneinzig Prozent der Fälle gegen das Jobcenter, gegen das System und kommt halt auch einfach aus so einem Frust heraus, weil man ihn nicht versteht, warum, wieso, weshalb.

01:01:37: Und das habe ich relativ früh tatsächlich schon verstanden.

01:01:42: Deshalb fällt mir das jetzt auch nicht schwer, in solchen Momenten auch zu sagen, hey, Wir beruhigen uns jetzt alle wieder, weil auf die Art und Weise klärt sich das jetzt nicht.

01:01:53: Natürlich, wenn jemand konstant auch beleidigt oder mir irgendwie sagt, dann bin ich die erste, die sagt noch einmal und ich leg auf.

01:02:05: Und dann ist ihnen halt gar nicht mehr geholfen, so nach dem Motto.

01:02:09: Und dann

01:02:10: mach ich das auch.

01:02:11: Jetzt in so einem Fall war es aber ja auch nicht eher, der das jetzt gemacht hat, sondern Das ist ein Krankheitsbild.

01:02:20: Da hängt psychisch einfach noch so viel hin dran.

01:02:23: Das war mir ja auch bewusst in dem Moment.

01:02:25: Deswegen wusste ich auch, das ist jetzt nicht eher diese Person, die mich jetzt angreift, sondern das ist aus reinem Frust, weil das Geld fehlt, weil der Antrag fehlt.

01:02:38: Und dann war das für mich auch kein Problem damit umzugehen.

01:02:42: Hast du denn oder bekommt ihr im Jobcenter da auch so Zusatzausbildung oder Schulungen im Hinblick auf psychische Erkrankungen und Sucht?

01:02:49: Tatsächlich leider nicht, muss ich sagen.

01:02:51: Es gibt bestimmt

01:02:53: Schulungen,

01:02:54: aber es ist jetzt keine Pflichtschulung.

01:02:56: Was wir haben, es sind Deeskalationsschulungen am Anfang.

01:03:01: Ja, anderweitig haben wir tatsächlich keine Schulung.

01:03:06: Es gibt eine Weiterbildung, die man machen kann.

01:03:10: Da geht es in den Bereich Fallmanager.

01:03:13: Das bedeutet schwierige Schicksale, auch sowas wie Drogenabhängigkeit, Krankheitsbild, psychisches Krankheitsbild und halt viele Dinge, die da zusammenspielen, wie man bei mehreren Handlungsbedarfen, die die Leute dann auch haben.

01:03:37: wie man da vorgeht.

01:03:38: Da kann ich aber nichts zu sagen, weil den habe ich nicht.

01:03:42: Deswegen, manche haben das, manche nicht.

01:03:46: Das kommt immer so ein bisschen drauf an.

01:03:48: Ja, du hast ein Vorgespräch so spannend erzählt von deiner Zeit in der JVA und von dem Wert.

01:03:57: des Geldes bzw.

01:03:59: anderen Währungen für Geld.

01:04:01: und da würde ich dich bitten, nochmal zu erzählen oder nochmal zu fragen, wie ist das?

01:04:06: Welche Währung ist im Gefängnis was wert und wie hast du das erlebt?

01:04:10: Also was hat man auch für Privilegien, wenn man was hat?

01:04:14: Also im Gefängnis ist es so.

01:04:15: natürlich für alle, die jetzt noch nicht drin waren, die noch nicht, noch nicht, noch nicht das Glück hatten, sag ich mal, mit Geld, also es gibt kein Geld in dem Sinne.

01:04:28: Die Hauptwährung ist Tabak.

01:04:30: Es gibt verschiedene Tabak-Sorten, aber normalerweise wollen die den Red Bull Tabak für sieben Euro und das ist sozusagen, so sind so deine Scheine sozusagen.

01:04:41: Es kann allerdings auch sein, dass du allgemein tauschen kannst.

01:04:44: Also du kannst mit allem handeln, egal ob es es kann auch nur deine Marmelade sein, die du zum Frühstück dazu bekommen hast, kannst du tauschen gegen vielleicht einen der kleine Schokolade-Marken oder so, oder einen dünnen Teller-Mark.

01:04:54: Ist alles möglich.

01:04:55: Du kannst auch Natürlich geht es dann auch in die andere Richtung, wo Broken getauscht werden, zum Beispiel, wo im Knast momentan, nicht momentan, gerade dieses Spice, ganz, ganz schlimm, das wird auf Blätter gesprüht und wird dann wirklich ein Schlipsel weise geraucht.

01:05:15: Und das Zeug, also da wirklich jeder drin ist, abhängig davon.

01:05:19: Und das hat eine, das ist ein Cannabinoida, also hat eine Maroyana ähnliche Wirkung.

01:05:24: Aber halt nur ganz kurz, das hält zehn, fünfzehn Minuten, nach ist mir komplett nüchtern.

01:05:28: Nicht wie so bei Gras, dass man noch ein bisschen angedült ist danach, sondern komplett nüchtern.

01:05:32: Und so ein Suchtverhalten wie in der JVA, auf diesem Zeug, das habe ich nur bei Leuten beobachtet, die in Frankfurt auf Crack rumrennen.

01:05:41: So ein starkes Suchtverhalten habe ich sonst nirgendwo gesehen, wie bei diesem Zeug.

01:05:45: Und dadurch, dass es auf Papier ist, lässt sich relativ einfach reinschmuggeln, auch wenn mittlerweile sehr viele Maßnahmen ergriffen wurden.

01:05:52: Aber wenn du dieses Zeug hast, bist du besser dran, als wenn du alles andere hast.

01:05:56: Mit dem Zeug kannst du alles bezahlen, weil fast jeder auf dem Zeug drauf ist.

01:05:59: Es sind fünfzig Leute auf dem Flügel und maximal zehn konsumieren nicht.

01:06:02: Das muss man sich mal vorstellen.

01:06:05: Und es gibt allerdings auch andere Wege natürlich.

01:06:09: Zum Beispiel bei mir war das Ding, ich hatte einen recht guten Job.

01:06:11: Ich war auf der Kammer, ich war der einzige Gefangene, also beziehungsweise es gab zwei Gefangene, die an die Nähmaschinen durften, aber ich war der einzige, der die Möglichkeit hatte, da auch zum Beispiel.

01:06:20: Wenn einer da zehn Jahre sitzt und sagt, ich habe hier meinen Hugo Bosspoli, der schon vor acht Jahren ist, schon das Logo abgefallen.

01:06:27: Mach mir mal bitte das Logo da wieder hin.

01:06:29: Aber so ein riesengroßer Typ kommt und fragt dich sehr freundlich.

01:06:32: Das sagst du auch nicht, nein.

01:06:33: Also ich zumindest nicht so mit meinen Dingen.

01:06:36: Aber dem ist ein Pulli, den mal falsch.

01:06:39: Und das wurde dann wieder Zeit zu meiner Aufgabe.

01:06:42: Man denkt sich gar nicht, was die Leute alles wollen, aber man muss überlegen, die leben da ja teilweise über Jahre hinweg.

01:06:48: Manche wollen Vorhänge für ihr Fenster, manche wollen dafür ihr Kissen ein schöneres Polster, wollen hier noch was umgenäht, Leute kleiner genäht haben.

01:06:57: Und so habe ich dann zum Beispiel, ich habe nie noch was gefragt, aber ich habe immer was bekommen.

01:07:01: Und wenn man einen X gegeben hat, den habe ich dann halt einfach, der hat halt auch nichts mehr von mir bekommen.

01:07:06: Und so habe ich dann immer ein Stator-Tafel-Schokolade, hier Peckchen-Tabacke und sowas, habe mir so auch ein bisschen meinen Respekt und Stande erarbeitet.

01:07:13: Und ja, so geht es doch dazu.

01:07:14: Und es ist halt entweder das Beste, das habe ich auch gleich festgestellt, selbst ich als Drogensüchtige festgestellt, dass es in der Jorte vorab besser ist, sich von den Drogen fernzuhalten.

01:07:24: Ich habe dort ja auch mal mit der Donen zugemacht.

01:07:26: Deshalb habe ich sowieso nichts damit zu tun gehabt.

01:07:28: Aber jeder wirklich, also ich habe das Gefühl, ganz gleich bin ich gefühlt oder das Gefühl, dass ich Luft gekriegt habe.

01:07:34: Achtzig Prozent der Male, wo es Schlägereien gab, wo es Stress gab, wo Alarm losging, war das wegen Drogen, weil es wegen Drogen Stress gab, weil die Leute Schulden machen.

01:07:42: Weil es läuft zum Beispiel so ab, es gibt zwei Mal die im Monat gibt es Einkauf.

01:07:46: Man kann sich hundert Euro von den Verwandten senden lassen und dann hat man halt hundert bis zweieinhalb Euro je nachdem was, fünfzig bis zweieinhalb Euro je nachdem was man arbeitet und wie lange man dort schon arbeitet.

01:07:56: Und wenn man was von jemandem will, das muss auch nichts Illegales sein, es kann auch ein Päckchen Tabak sein oder was weiß ich, ein paar Dosen Tunfisch, dann sagt man okay, du kriegst jetzt das Päckchen Tabak, aber dafür will ich beim nächsten Einkauf zwei von dir.

01:08:07: Also wenn man was nimmt, gibt man es doppelte zurück.

01:08:11: Und da kann man ganz schnell in Schleudern kommen, gerade wenn die Leute süchtig sind und gierig sind.

01:08:16: Und die verschulden sich dann, haben dann bei fünf, sechs, sieben, acht Leuten Schulden.

01:08:19: und die Leute dort, die mit denen nicht zu sparsen.

01:08:23: Zum Beispiel, fünfzig Euro, das sind im Knast, fünfzig Euro Einkauf, das sind im Knast sehr viel Geld.

01:08:27: Das ist nicht wie draußen, wo du denkst, hoch, ist ja schon weg.

01:08:31: Sondern im Knast, das ist sehr viel Geld.

01:08:33: Da tust du dich in einen halben Monat davon gut ernähren, wenn es sein muss, ne?

01:08:36: Weil du hast ja sonst keine Ausgaben, du kriegst ja alles bezahlt.

01:08:41: Aber ja, es ist auf jeden Fall eine andere Art von Geld.

01:08:45: Aber auch dort regiert Geld die Welt.

01:08:47: Und auch dort hat man die Möglichkeit auch zum Beispiel zu sagen, okay, mal schick jetzt von draußen, jemand ruf mal draußen, jemand an, das soll ne Western Union Überweisung machen an jemanden, der den kennt, mit dem er das Geschäft macht, dann geht er das Geld abholen draußen, der steht am liebsten des Bargels draußen.

01:09:03: Es gibt da Leute, die haben da drin, einer hat so viel Geld da drin verdient, der will gar nicht raus, der will gar nicht raus.

01:09:09: Dem seine Frau sagt, komm nicht nach Hause zu mir nach innen.

01:09:11: Ich sag dann immer das Land, wo die wohnt, um nichts zu verraten.

01:09:13: Komm nicht zu mir nach Hause, du verdienst so viel Geld, dann knast mit dem Zeug, was du verkaufst.

01:09:17: Ohne Scheiß.

01:09:19: An der Stelle würde ich meine Stimme mal wieder einklenken, weil da ist jetzt meine Frage, um einen Bezug zur Julia und dem Jobcenter zu bringen, würde ich sagen, diese Erfahrung im Gefängnis, die macht was auch im Umgang dann mit Geld wieder im echten Leben und dann vielleicht auch im Umgang mit dem Jobcenter.

01:09:36: Also, mir hat das auf jeden Fall, es ist zum Beispiel eine große Schwierigkeit mit Geld und zu gehen.

01:09:40: Das hat nicht daran gelegen, dass ich zum Beispiel früher viel Geld hatte oder dann mal für Keins hatte, sondern keine Ahnung, die Ärzte nennen es ADS bei mir, ich nenn es halt einfach Chan.

01:09:53: Aber ich hatte halt bei dir immer so aus Impuls heraus sehr viel ausgegeben, aber dadurch, dass man im Knast da mal wirklich... sparen muss und haushalten muss, das habe ich dort gelernt.

01:10:03: Und das mit dreißig noch, muss ich sagen.

01:10:05: Mittlerweile bin ich da richtig gut drin, mir Sachen zu kaufen und darauf zu hocken und die nicht wegzugeben.

01:10:11: Gibt die Frage einfach mal weiter an die Julia.

01:10:13: Was ist denn deine Erfahrung mit Dienstleistungsempfängerinnen oder Empfänger, die vielleicht vorher im Merkschul gibt es einen Unterschied für dich, wenn man mal zuhört, wie der Tscharn das so beschreibt und erlebt hat?

01:10:25: Also ich muss auch dazu sagen, ich habe jetzt, glaube ich, einen besseren Eindruck von dem Aufenthalt in der JVA bekommen, als aus allen Kundengesprächen, die ich hier hatte.

01:10:36: Weil man muss auch immer bedenken, wir sind jetzt in so einem superen, spannenden Rahmen.

01:10:40: Man erzählt einfach mal, man ist per Du, das habe ich ja auf der Arbeit nicht.

01:10:47: Und es ist natürlich, es gibt die einen, die sagen, ich erzähle Ihnen alles, das ist kein Problem für mich.

01:10:55: Und dann gab es aber auch schon den Fall, da habe ich jemanden bestimmt schon ein Jahr lang betreut und dann habe ich erfahren, ja ich bin ja mal gesessen oder ich habe ja mal gesessen und ich war so wo.

01:11:07: auf was wie Hä?

01:11:09: Und dann kam das erst mal so, wo ich dann gesagt habe, okay, da müssen wir da aber ganz anders rangehen, so was wäre praktisch, wenn ich das weiß.

01:11:18: Warst du vor der JVA in Bezug oder nach der JVA?

01:11:22: Ja, vor der JVA und kurz nach der JVA.

01:11:25: Und kurz danach.

01:11:26: Hat das für dich was geändert?

01:11:27: Ja.

01:11:27: Dein Verhältnis zum Geld, ja.

01:11:30: Also auch zum Bürgergeld.

01:11:31: Das hat mein Verhältnis zum Geld im Allgemeinen geändert, damit dass ich jetzt besser mit Geld umgehen kann.

01:11:37: Also wirklich, dass ich auch im Monatsende noch was üblich habe.

01:11:39: Und es liegt nicht daran, dass ich jetzt mehr verdiene.

01:11:41: Denn vorher hätte ich das genauso ausgegeben.

01:11:44: Sondern also wirklich, ich habe eben Knast gelernt zu haushalten.

01:11:47: Aber ich bin sauber aus dem Knast rausgekommen ohne Drogensucht.

01:11:50: Das heißt, auch da habe ich halt mit diesem wenigen Geld dann erst mal gemerkt, dass es doch eigentlich ganz schön viel Geld ist, wenn man weiß, wie jedes Einzusetzen ist, um dem durch den Monat durchzukommen.

01:12:00: Wenn man sich natürlich nicht weiß, wo was einkaufen oder selber kochen kann, dann ist es schwierig.

01:12:05: Aber sonst hat es mir echt viel gebracht, muss ich sagen.

01:12:08: Ich könnte darauf verzichten, natürlich, Logo, aber es hat mir schon was gebracht.

01:12:11: Aber es liegt auch an einem selber.

01:12:14: Viele, die sind zum Beispiel gesessen und haben da, saßen halt die ganze Selle und haben ihre Zeit abgesessen.

01:12:19: Ich habe schon versucht, mich irgendwie zu bessern.

01:12:22: Bei dir war das natürlich jetzt ideal, dass du es geschafft hast, im Gefängnis von der Sucht loszukommen.

01:12:27: Das war natürlich super.

01:12:28: Also hat da ja auf jeden Fall mehr Wert.

01:12:30: Und gleichzeitig erlebe ich aber auch, dass ... Besucher quasi, wo das nicht klappt, dass sie aus der JVA kommen und dann Bürgergeld direkt empfangen, sondern dass es dann erst nochmal Wochen, je nachdem was halt noch an Dingen offen sind, dauert bis überhaupt wieder Geld fließt.

01:12:49: Und das ist immer ein ganz, ganz schwieriges Ding, weil das ist nämlich der Moment, wo man sehr schnell wieder kriminell wird.

01:12:56: Und ich glaube, da ist strukturell auf jeden Fall noch Luft nach oben.

01:13:00: Ja, das ist halt dieser Klassikerbehörde.

01:13:06: Unterschied ist halt, wenn es bei der Arbeitsagentur länger dauert, dann hat man sich ja von der Arbeit vorher noch ein bisschen was angespart.

01:13:14: Wenn es bei Kindergeld länger dauert, dann ja, meine Güte, das ist ja so eine Zusatzzahlung.

01:13:22: Aber wie wir es vorhin auch schon mal erwähnt haben, das Dropcenter ist halt das allerletzte Netz.

01:13:27: Danach kommt nichts mehr.

01:13:29: Und wenn man dann noch, also wenn dann noch dazukommt, dass man auch keine Rücklagen hat, weil man eventuell aus der JVA kommt, man hat keine Verwandtschaft, man hat keine Bekannte oder Freunde, die vielleicht sagen, hey, für die Zeit, ich kann dir was leihen, zahl's mir zurück, was auch immer schwierig ist, natürlich.

01:13:50: Aber Also das verstehe ich auf jeden Fall letzten Endes.

01:13:54: Klar, wir haben alle irgendwie, wir brauchen alle eine Bearbeitungszeit, die kann man auch nicht wegdenken leider.

01:14:02: Und je nachdem, wie viele Kollegen gerade da sind, wie viele Kollegen gerade krank sind, fehlt vielleicht da noch was, fehlt vielleicht da noch was, dann ja, bis das dann alles da ist, bis das dann wirklich geprüft werden kann, das kann teilweise schon wirklich lange dauern.

01:14:19: je nachdem, was halt benötigt wird.

01:14:22: Und da kann ich auch verstehen, dass das eine total bescheidene Situation dann in dem Moment ist, weil man eigentlich von Tag eins direkt schon wieder finanzielle Hilfe braucht, die man dann einfach nicht bekommt.

01:14:36: Blöd gesagt.

01:14:37: Ja.

01:14:38: Es gibt auch Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen oder auch anderen psychischen Erkrankungen, die sind womöglich im Jobcenterbezug gar nicht richtig.

01:14:45: Also da ist gar nicht mehr die Perspektive auf wirklich Arbeit da und hängen aber trotzdem noch drin, weil es sehr schwer ist, in die Grundsicherung zu kommen und dass da auch noch Bedarf nach mehr Brückenschlag zwischen dem Hilfesystem wäre.

01:15:01: Das ist immer wieder ein Atmen im Büro.

01:15:07: Muss man fast sagen, weil es teilweise von dem Moment, wo man sagt, man stellt fest, derjenige kann nicht mehr arbeiten.

01:15:17: Das stellt übrigens auch nicht ich fest, sondern das muss ja ein ärztlicher Dienst machen.

01:15:22: Das muss irgendein Berufsarzt machen.

01:15:25: Allein die Prozedur dauert schon zwei, drei Monate, bis der Fragebogen da ist, bis das Gutachten da ist.

01:15:32: Und dann liegt mir in erster Linie ein ärztliches Gutachten vor von der Agentur.

01:15:37: vom ärztlichen Dienst.

01:15:39: Und wenn ich Glück habe, steht da schon drin, kann ich mehr arbeiten, wahrscheinlich länger als sechs Monate oder sogar auf Dauer.

01:15:46: Und diese ganze Weg, bis derjenige dann bei der Grundsicherung wäre, ich hatte einen Fall, das hat ein, eineinhalb Jahre gedauert.

01:15:54: Beim Jobcenter, wir konnten nichts mehr machen.

01:15:56: Das einzige, was ich noch gemacht habe, ist, dass ich eben gesagt habe, okay, wir brauchen keine Einladung mehr, ich brauche keine Vermittlung mit Ihnen machen.

01:16:04: wenn sie offensichtlich laut Gutachten nicht arbeiten können.

01:16:08: Ich hatte jetzt letztens aber auch einen Fall.

01:16:14: Und ich habe letzten Monat die Entscheidung von der Rentenversicherung gekommen.

01:16:21: Doch keiner.

01:16:24: Sobi, was machen wir jetzt?

01:16:28: Ich bin gespannt.

01:16:29: Ich erwarte... einen Termin, einen persönlichen, ein persönliches Gespräch.

01:16:36: Und dann ist es natürlich auch immer die Schwierigkeit, das darf man auch nicht vergessen.

01:16:40: Wir haben maximal vielleicht eine Dreiviertelstunde, Stunde, Zeit, um eine Person kennenzulernen, um direkt einen Plan zu machen.

01:16:51: Okay, wo kann es in den nächsten sechs Monaten hingehen?

01:16:55: Was braucht der oder diejenige jetzt?

01:16:58: Innerhalb von einer Stunde?

01:17:00: Schwierig.

01:17:02: sehr, sehr schwierig.

01:17:03: Und sehr oft ist es auch so, dass, wenn ich dann jemanden länger betreue und dass ich dann nach einem Jahr, nach vielleicht zwei Jahren, sogar noch nach drei Jahren merke, ja Mensch, seit wann ist das so?

01:17:15: Ja, eigentlich schon immer.

01:17:16: Na super.

01:17:18: Also auch da sehr, sehr schwierig, gebe ich dir aber recht.

01:17:23: Also es gibt leider zu viele, viel zu viele eigentlich, die im Jobcenter sind.

01:17:28: wo wir eigentlich sagen, die können nicht mehr arbeiten.

01:17:31: Aber die Rentenversicherung vielleicht sagt, doch, das geht.

01:17:34: Weil es gibt noch diesen einen Job, den kann er machen oder den kann sie machen.

01:17:40: Und wie dann so, äh, ja, aber deutsche Sprache fehlt oder Qualifizierung fehlt oder der Weg zur Arbeit, der kann gar nicht bestritten werden.

01:17:50: Ja, aber den Job gibt's ja.

01:17:52: Super.

01:17:54: Na toll.

01:17:55: Da ist dann immer, da stoßen auch wir als Mitarbeiter, stoßen da auf unsere Grenzen, sage ich ganz ehrlich.

01:18:03: Vielen Dank.

01:18:04: um jetzt vielleicht mal so Richtung Ende zu gucken, von meiner Seite dann nochmal abschließend

01:18:09: Julia

01:18:10: zu den Bürgergeldreformen, die jetzt bald kommen.

01:18:13: Das ist jetzt für dich wahrscheinlich auch eine Herausforderung, also für dich und deine Kollegen auch eine Herausforderung, weil es bedeutet ja auch, dass ihr wieder neue Durchblick euch erarbeiten müsst und auch für all eure Kunden, die ja dann auch sich erst mal wieder neu orientieren müssen.

01:18:27: Wie geht es dir damit?

01:18:29: Ich bin gespannt.

01:18:33: Tatsächlich ist es so, dass wir jetzt intern gar nicht krass viele Infos dazu haben.

01:18:41: Aber es wird auf jeden Fall kommen, dass es wieder mehr Rechtsfolgen geben wird.

01:18:48: Also man möchte das schon auch wieder einführen, dass man sagt, hey, wir machen eine Kooperation.

01:18:54: Das ist hier wirklich eine, das soll ein kooperatives Zusammenspiel sein zwischen ich bin ihr Vermittler, ich will sie unterstützen.

01:19:03: Ich bin derjenige, der das jetzt braucht und tue alles daran, dass ich es nicht mehr brauche.

01:19:10: Dann funktioniert diese Kooperation.

01:19:11: Wenn die Mitwirkung funktioniert, wenn die Kommunikation funktioniert, dann funktioniert die Kooperation.

01:19:17: Und durch diese Reform und auch durch den neuen Koalitionsvertrag soll es jetzt auch wieder Möglichkeiten geben zu sagen, okay, wir haben es mit einer Kooperation versucht, hat nicht geklappt.

01:19:33: ziehen die Zügel jetzt ein bisschen an.

01:19:35: Wir sagen, hey, das und das hast du nicht gemacht, das und das hast du auch nicht gemacht.

01:19:41: Das holst du jetzt nach bis zu dem und dem Datum.

01:19:43: Und wenn dann immer noch nichts passiert, dann kommt halt auch irgendwann dieses, hey, okay, ich erinnere dich jetzt nochmal.

01:19:50: Also wir sind hier auch wieder, ne?

01:19:51: Es ist nicht nur einmal und dann ist das Geld weg oder sonstiges.

01:19:56: Sondern wir sind schon beim dritten Mal, hey, wir brauchen das wirklich, du musst uns das nachweisen, du musst uns zeigen, du willst das nicht mehr, du willst hier raus, du kannst mehr, dann mach auch mehr.

01:20:08: Und wenn dann nichts kommt, dann werden wir auch wieder Möglichkeiten haben zu sagen, okay, wir sanktionieren jetzt, du bekommst jetzt für die nächsten Monat zehn Prozent weniger oder für zwei Monate zwanzig oder drei Monate dreißig.

01:20:20: über die Dreißig wird es nicht gehen.

01:20:21: Aber so genaue Regelungen, was das jetzt auch für uns in der Praxis heißt, die existieren tatsächlich noch gar nicht.

01:20:29: Ich kann nur sagen, die Zügel werden angezogen beziehungsweise die Zügel sind überhaupt erst mal wieder vorhanden.

01:20:36: Das muss man vielleicht auch dazu sagen, weil auch gerade Diejenigen, wo man vielleicht auch weiß, die machen nichts.

01:20:46: Da funktioniert gar nichts.

01:20:47: Der könnte, aber er will nicht.

01:20:48: oder sie könnte, aber sie will nicht.

01:20:52: Da fehlt die Handhabe.

01:20:54: Da fehlt die Handhabe.

01:20:56: Und da soll wieder was kommen, um halt genau für die Leute, wo sich auch andere Bürgergeldempfänger vielleicht darüber aufregen und sagen.

01:21:04: Die machen nichts, die gehen zum Arzt, holen sich eine Krankmeldung und dann passiert nichts.

01:21:08: Oder die gehen dann dahin und die arbeiten schwarz und die machen vielleicht dies, dass man in solchen Fällen wieder mehr Handhabe hat.

01:21:16: Finde ich schön, finde ich praktisch.

01:21:21: Man muss es trotzdem immer individuell sehen.

01:21:26: Ja, ich bin gespannt.

01:21:28: Ich weiß auch noch nicht zu hundert Prozent, was kommt, aber ich bin gespannt.

01:21:31: Gerade auch, weil du Schwarzarbeit ansprichst, das ist zum Beispiel auch ein... Thema, was ich beobachtet habe, das nehmen sehr viele wahr, weil es gutes Geld ist.

01:21:39: Und Deutschland ist immer sehr gut darin, neue Reformen, neue Gesetze und alles Mögliche neu zu machen.

01:21:45: Aber die alten Sachen, die bleiben dann irgendwie auf der Strecke.

01:21:48: Und irgendwie sollte man lieber erst mal die alten Sachen durchsetzen, bevor man dann wieder was Neues anfängt.

01:21:54: Denn sonst wird dann nur ein Flickenteppich aus Gesetzen draus, dass keiner irgendwie einen Überblick hat.

01:21:58: Du sagst ja auch, du weißt genau, was auf dich zukommt.

01:22:01: Du erzählst, man kann dann jetzt zum Beispiel wieder den Leuten, die Leute sanktionieren.

01:22:07: Also meine Ansicht nach war das so, dass man schon immer die Leute sanktionieren konnte bis zu dreißig Prozent.

01:22:12: Das wurde ausgesetzt.

01:22:13: Das wurde ausgesetzt werden.

01:22:14: Corona wurden aber nie wieder eingesetzt.

01:22:18: Das war nach und nach, es wurde dann zum Beispiel die Vermögensprüfung.

01:22:21: Man

01:22:21: musste

01:22:21: natürlich auch während Corona hat die nicht stattgefunden.

01:22:26: An der Stelle würde ich mich gerne wieder einklinken, weil tatsächlich ist das eine Störung für mich, weil wir da anfangen, wie in typischen Talkrunden über strukturelle Dinge zu diskutieren, wo wir hier, wir hier in unserem Setting eigentlich gar nicht verändern können.

01:22:42: Und ich glaube aber, dass wir quasi jetzt auch Richtung Ende gehen und das ist eigentlich quasi auch ein schöner Übergang.

01:22:54: Da würde ich nur mal gerne einen kurzen Bezug nehmen auf die Forderungen, die von der Themenzentrierte Interaktion gegeben sind.

01:23:01: Es gibt das Prinzip der Selbstverantwortung und dass Störungen vorhin haben.

01:23:06: Und jetzt haben wir schön erkannt, dass da ein diesem Verhältnis in dieser Machtung gleich hat.

01:23:14: gerade eben, wenn man über die gerechtliche und gesetzliche Komponente spricht oder gesellschaftlich oder staatliche Verantwortung, das wir da kennen, da ist eine richtige Störung vorhanden.

01:23:24: Und jetzt ist aber die Frage, okay, welches Selbstverantwortung haben wir denn trotzdem?

01:23:30: Weil diese Forderungen, Die sind im Endeffekt in Ausdrucksverhalten und gewissen Grundannahmen, wo diese Themen sind, die die Interaktion für sich hat.

01:23:39: Und das heißt, dass wir am Ende, ohne das jetzt so wissenschaftlich auszuschlachten, immer immer potentiell mächtig sind in dem Setting oder in dem Rahmen, wo wir sind.

01:23:51: Und mit dieser abschließenden Frage würde ich quasi auch diese Episode beenden wollen.

01:23:57: Und da geht jetzt diesmal die Frage zuerst eher an Julia.

01:24:01: Sie lacht.

01:24:02: Klar.

01:24:03: Weil du quasi die Repräsentantin bist, der, sag ich mal, Institution.

01:24:10: Ich habe dich so wahrgenommen quasi schon, dass du uns hier keine Fassade auftischt und dass du wirklich authentisch sprichst und du schon gewillt bist deinen Dienst zu leisten.

01:24:22: Jetzt nach diesem Gespräch hier auch mit Cian, was würdest du sagen als Mitarbeiterin von JobSender mit dem Thema Geld regiert die Welt?

01:24:34: Welche Verantwortung hast du denn?

01:24:38: Kurz gesagt, Existenzsicherung.

01:24:41: Ich finde, man darf das nicht vergessen, dass wir, wir sind der letzte Anker, wir sind das letzte Auffangnetz, wir sind die letzte Stelle, danach kommt nichts mehr.

01:24:54: Das muss man einfach im Kopf haben, bevor man vielleicht eine Mutter sanktioniert, die nicht zum Termin gekommen ist, weil sie ihre Tochter von der Schule abholen musste und nicht beim Kinderarzt war, um eine Krankmeldung zu holen, dass ihr Kind krank ist.

01:25:12: Solche Sachen finde ich und ich sage bewusst ich persönlich, weil letzten Endes ist das Gesetz da relativ klar.

01:25:21: Das Gesetz sagt, wenn ein wichtiger Grund vorliegt, dann ist es okay, wenn man so einen Termin nicht wahrnimmt.

01:25:29: Bedeutet für mich immer, bringen Sie mir den Nachweis.

01:25:33: Ich brauche immer irgendwas Schriftliches.

01:25:34: Ich brauche immer irgendwie ein Schreiben, eine Erklärung, eine Bescheinigung von irgendeiner Stelle, vom Arzt von wo auch immer.

01:25:45: Das ist auch wirklich so wahr.

01:25:47: Ich glaube, das ist auch das, was oftmals sehr schwierig ist.

01:25:51: Aber letzten Endes bin ich diejenige, die entscheidet, ob derjenige jetzt das Geld vielleicht trotzdem bekommt, muss man manchmal sagen.

01:26:03: Und es ist super schwierig, da dieses Ermessen, was man hat, zu sagen, gehe ich den Weg jetzt oder gehe ich ihn nicht.

01:26:14: Den hat man manchmal nicht.

01:26:15: Das dann aber auch zu erklären und zu sagen, in dem Fall kann ich habe ich einen Entscheidungsspielraum, in dem Fall habe ich ihn nicht.

01:26:26: Das ist immer so ein bisschen, da muss man immer so ein bisschen drauf gucken.

01:26:30: Und ich finde, es ist wichtig, dass man da ein Feingefühl für hat, dass man Empathie besitzt, um auch wirklich auf dieser Augenhöhe zu sein.

01:26:41: Und ja, letzten Endes immer zu wissen, es sind alle am Existenz.

01:26:49: Es ist nicht der Regelfall, dass die Leute jetzt schwarz arbeiten gehen.

01:26:54: Und es ist auch nicht der Regelfall, dass die auf einem Vermögen sitzen, von dem das Jobcenter nichts weiß.

01:26:59: Die Regel ist, die sind im Jobcenter, weil es nicht anders geht, weil das Schicksal nicht mitgespielt hat, weil es sonstige Probleme gibt, warum, wieso, weshalb.

01:27:10: Und wir sind die letzte Unterstützung, die sie bekommen.

01:27:13: Und das muss man im Hinterkopf behalten.

01:27:18: Ja, du beschreibst es sehr schön.

01:27:21: Und so wird es beschreibst, so nehme ich dich auch wahr.

01:27:23: Also sehr besonnen und auch selbst reflektiert.

01:27:26: Und ja, würdest du aber sagen, das trifft auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters zu?

01:27:35: Jetzt würde ich einmal kurz Störfaktor sagen, weil, da habe ich auch im Vorgespräch gesagt, ich möchte nicht, also zum einen möchte ich nicht über die Arbeit meiner Kollegen oder Kolleginnen urteilen.

01:27:48: weil es ist nicht so, das ist klar.

01:27:50: Aber ich will nicht sagen, dass es richtig ist oder dass es falsch ist, dass meine Art und Weise richtig ist oder falsch ist.

01:27:58: Es ist individuell, es kommt auch auf die Person an, wo ich bei der einen Person, bei dem einen Kunden vielleicht sagen würde, okay, kann ich verstehen, würde ich bei dem anderen sagen, nee, kann ich nicht verstehen.

01:28:10: Also das ist ein unfassbar individuelles Thema, deswegen kann ich das gar nicht so.

01:28:15: Kann ich das gar nicht beantworten?

01:28:16: Oder möchte es auch gar nicht beantworten?

01:28:19: Und gab es schon Situationen, wo du sagst, okay, da bin ich meiner Verantwortung, so wie du es auch beschrieben hast, wie es quasi ein Idealbild wäre, da bin ich meiner Verantwortung nicht gerecht geworden?

01:28:30: Natürlich.

01:28:30: Auf jeden Fall.

01:28:33: Weil ich habe das vorhin schon mal angeschnitten.

01:28:35: Es ist immer schwierig.

01:28:38: Ich stehe auch jeden Tag aufs Neue auf.

01:28:41: Ich habe jeden Tag ein anderes Energielevel.

01:28:45: Wenn ich jetzt an einem Tag eventuell fünfzehn Anrufe bekommen habe und dann ist dann noch dieser eine Kunde dabei, bei dem ich eh schon nicht mehr weiß, was ich da machen soll und der mich dann vielleicht noch auf die Palme bringt und wo ich keinen Verständnis habe oder wenn mein Level schon nicht mehr da ist, dann schaffe ich das auch nicht.

01:29:05: Ich bin auch nicht perfekt.

01:29:06: Ich sage das immer wieder dazu.

01:29:08: Wir sind alles Menschen.

01:29:09: Ich habe auch schon, bin vielleicht auch schon falsch.

01:29:12: mit Kunden oder Kundinnen umgegangen.

01:29:16: Aber der Unterschied ist, dass ich im Nachgang den Fehler sehe und ich das dann auch ansprechen kann.

01:29:25: Also ich kann auch zugeben, wenn ich einen Fehler gemacht habe, weil es kommt vor.

01:29:30: Wenn mir jemand sagt, ich habe das schon eingereicht und ich sehe, Scheiße, die Unterlagen liegen ja schon vor.

01:29:37: Ich hätte das vor einer Woche vielleicht schon machen können.

01:29:41: Dann ist es kein Systemfehler, dann ist es auch kein ... Die Unterlagen sind nicht da, reichen Sie es mir bitte noch mal nach, sondern dann ist es halt ein ... Es tut mir so leid, ich hab's komplett übersehen.

01:29:52: Ich weiß, das ist jetzt total blöd für Sie, und ich weiß, Sie warten gerade eigentlich schon zu lange auf Ihr Geld.

01:29:58: Ich mach's heute noch fertig, ich versuche, dass das alles klappt.

01:30:02: Und natürlich hab ich dann auch schon Leute erlebt, die eben nicht gesagt haben, ja, Fehler passieren, sondern die dann gesagt haben ... Aber das können sie nicht machen.

01:30:11: So, ich warte auf mein Geld.

01:30:13: Was fällt Ihnen ein?

01:30:14: Wie auch immer, kann ich nachvollziehen, ist alles schon vorgekommen.

01:30:18: Mehr als entschuldigen kann ich mich in dem Szenario dann auch nicht mehr.

01:30:24: Aber klar, die, die, der Umgang oder auch im Nachgang, wo ich vielleicht was gesagt habe und dann ist mir im Nachgang aufgefallen oder das hätte ich so gar nicht.

01:30:35: machen sollen oder die und die Möglichkeit hätte es auch noch gegeben und da habe ich vielleicht in dem Moment nicht dran gedacht.

01:30:42: Das ist auch schon alles passiert.

01:30:44: Also natürlich, das soll nie passieren, aber es passiert.

01:30:49: Da kann man leider nichts machen.

01:30:51: Menschen machen Fehler und ich versuche das natürlich zu reduzieren und nicht zu machen.

01:30:57: Niemand will ja Fehler machen.

01:31:00: Passieren tut es leider trotzdem.

01:31:02: Aber ich spreche das an.

01:31:03: Ich versuche da auch wirklich hinzugehen und zuzugeben.

01:31:07: Ich habe vieler gemacht.

01:31:08: Ja, schön.

01:31:08: Jetzt hätte ich natürlich als Fan von sozialen Prozessen in der Arbeitswelt und in Organisationen.

01:31:14: super, super viele noch Fragen.

01:31:16: Aber das verzichte ich natürlich jetzt drauf.

01:31:18: Uns ist eins klar, dass für die eigentliche Dienstleistung die Verantwortung immer in der einzelnen Person steckt.

01:31:26: Dienstleister oder Dienstleisterin, aber meine abschließende Frage an dich und auch wenn es vielleicht wieder ein Störfaktor hervorruft, da wo es nicht funktioniert, gibt es einen Wunsch, weil für den Rahmen ist immer die Organisation.

01:31:46: auch zuständig.

01:31:47: Würdest du sagen, hättest du da einen Wunsch, wo du sagst, okay, da nehme ich eigentlich meine Organisation, jetzt nennen wir das mal Jobcenter in die Pflicht, da würde ich mir doch schon ein bisschen mehr Unterstützung und einen besseren Rahmen wünschen.

01:32:01: Also ich glaube, dass, ja, das hängt aber auch ein bisschen damit zusammen, dass der absolute Wunschfaktor wäre natürlich, dass mehr Kollegen arbeiten könnten, dass wir mehr Kollegen hätten, dass sich das ganz ein wenig entzerrt, weil ich glaube, dass viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Jobcenter mehr machen würden, wenn sie könnten.

01:32:29: Ich will gar nicht sagen, dass es manche gibt, denen es vielleicht ganz gut geht und die sagen, ich mache meinen Job super.

01:32:36: Und das ist auch grandios, das ist toll.

01:32:39: Aber ich glaube, es gibt viele, die auch sagen, hätte ich weniger Aufgaben, hätte ich weniger Kunden, könnte ich mich um die Kunden, die ich habe, besser kümmern.

01:32:52: Und da fehlt das Personal.

01:32:54: Und da muss ich ehrlich sagen, da natürlich es ist eine Behörde, es gibt keine Prämien für Integration oder sowas, es ist eine Behörde.

01:33:06: Wir arbeiten alle für das gleiche Geld.

01:33:09: Sag ich jetzt mal, Und ob du gut arbeitest oder schlecht arbeitest, auf deinem Lohnzettel steht dasselbe.

01:33:17: Und das ist eine Sache, dass es unwahrscheinlich ist, das weiß ich, beziehungsweise.

01:33:24: Das ist halt einfach so.

01:33:25: Aber ich glaube, dass nochmal mehr gehen würde, wenn man entweder die Mitarbeiter mehr fördern würde und dass man muss den Job attraktiver machen, damit auch mehr Leute sagen.

01:33:38: Das Jobcenter, das hört sich als Arbeitgeber, hört sich das doch eigentlich super an.

01:33:42: Warum mache ich das nicht?

01:33:43: Vielleicht mal irgendwo, wenn man dann noch irgendwie den richtigen Hintergrund hat oder vielleicht vorher auch im Sozialbereich gearbeitet hat, dann ergibt sich das ja eventuell.

01:33:53: Und da, finde ich, kann man, kann die Organisation, kann schon noch ein bisschen was machen, muss ich sagen.

01:34:00: Sehr gut, mit dieser Info lassen wir das auch so auf deiner Seite stehen.

01:34:04: und abschließend auch dann nochmal die Frage an Cian.

01:34:09: Jetzt sage ich mal auch mit Blick auf diese Forderung mit dem Prinzip der Selbstverantwortung und diese patenzielle Macht, die man auch aus Sicht des Leistungsempfänger hat, weil auch bei dir habe ich das Gefühl, du setzt ja keine Fassade oder Maske auf.

01:34:29: Ich nehme dich so, wie du beschreibst, wahr.

01:34:30: Und du hast auch gezeigt, dass man potenziell auch auf der anderen Seite mächtig sein kann und dann rauskommen kann aus der Situation, um nicht mehr die Leistungen von der Behörde empfangen zu müssen.

01:34:43: Was würdest du dazu sagen?

01:34:44: Das ist eine gute, gute Frage, interessante Frage.

01:34:48: Und es ist halt wirklich so, man muss dazu, aber das System kennen.

01:34:52: Wenn man das System kennt, dann weiß man erstmal, was alles möglich ist.

01:34:55: So, das setzt sich aus verschiedenen Dingen, sondern wie man das kennenlernen kann.

01:34:58: Wenn mir das zum Beispiel jemand ist, der die Sprache schlecht spricht und dann da reingeworfen wird in das System, hat keine Chance, da wieder rauszukommen.

01:35:05: Wenn du jemand bist, der da reingeworfen hat und der die Sprache versteht, aber keinen Bock hat, rauszukommen, auch keine Chance.

01:35:11: Wenn du immer ein bisschen Eigenverantwortung zeigst, da dich da engagierst und auch rauskommen willst, dass dein Ziel ist, dann kannst du mal zum Beispiel, irgendwann kriegst du mal einen guten Berater.

01:35:20: Ich hab mal so, es war nur ein guter Berater, ja, ich hab mir so viele gute Tipps gegeben.

01:35:24: dass ich da wirklich dann, wie du sagst, auch eine gewisse Macht, eine andere Macht als der jetzt, als der Arbeiter beim Jobcenter, aber man hat dann merkt, ich habe ja auch Rechte, ich habe ja auch Sachen, die ich einfordern kann, ich kann das ja auch so machen.

01:35:40: Ich kann ja auch hier mal da mal anfragen und kann mal da fragen, ob ich da Hilfe bekommen und jetzt vielleicht dahin verlagen und sonst was.

01:35:46: Und das ist dann auch eine gewisse Macht, die man dann hat über seine eigene Lage, die dann zu bessern.

01:35:52: Aber dazu braucht man erst mal die richtigen Tools, wie wir vorhin schon gesagt haben.

01:35:56: Man muss es einmal hören, wissen, aber man muss es halt auch gefühlt haben und gemacht haben.

01:36:01: Erst wenn man das halt durch hat, kann man das.

01:36:02: Wenn ich jetzt zu einem hingehe und ich erzähle dem, hey, so ein Zukunftschutz mit Topcenter raus und beschrei, ich denke schnell kauf mein Buch.

01:36:08: Nee, natürlich nicht.

01:36:10: Ja, und somit würde ich sagen, kommen wir einfach zum Ende.

01:36:13: Ich oder wir sagen Dankeschön, Julia und auch Dankeschön, Ed Scharn.

01:36:19: Ja, schön, dass er da war.

01:36:22: Vielen Dank.

01:36:22: Danke auch.

01:36:23: Danke für

01:36:23: die Anladung.

01:36:24: Ich habe mich sehr gefreut.

01:36:26: Ich habe mich auch sehr gefreut, für jeden Fall.

01:36:28: Und für alle Zuhörenden, die würde ich einfach bitten, auch wenn unsere Gäste jetzt gehen, bleibt dran, weil im Auto kommt dann noch eine kleine Überraschung.

01:36:54: Okay, wir sind zurück im Outro und jetzt haben wir gerade unsere zwei Gäste verabschiedet.

01:37:00: Ja, und die haben ja gerade so weiter geredet miteinander.

01:37:03: Total spannend, ne?

01:37:04: Ja, und ich hatte sagen kündigt, wir haben jetzt eine Überraschung und zwar unser Outro, das nennen wir den Neo-Ragazzi-Move im Out-Side-The-Bubble-Style.

01:37:14: Und warum nennen wir das so?

01:37:15: Das ist so eine kleine Anlehnung an die Talk-Runde oder Talkshow Neo-Ragazzi von CDF Neo mit Sophie Passmann.

01:37:23: Thomas Schmidt.

01:37:24: Liebe Grüße gehen an die zwei raus.

01:37:26: Ja,

01:37:27: vielen Dank.

01:37:27: Ihr habt uns sehr inspiriert.

01:37:29: Ja und deswegen, also um kurz zu erklären, bei Neora Gatzi gehen Sophie Passmann und Thomas Schmidt gegen Ende von der Talkrunde immer vom Tisch weg, gehen aus dem Raum raus und gehen dann in so einen kleinen Nebenraum und setzen sich dann zu zweit an einen kleinen Tisch und besprechen dann einfach nur mal in der Kürze.

01:37:47: die Episode.

01:37:49: und ja wir sind auch bei der Besprechung hier aber nicht allein.

01:37:53: also das sind nicht nur die Mann und ich sondern wir haben jetzt bei uns einen weiteren Gast quasi und zwar den Jan den Jan Kalt und zwar der war nämlich die ganze Zeit schon dabei weil er ist hier der der Besitzer von dem Tonstudio und er hat quasi die ganze Zeit schon zugehört.

01:38:09: und so spiele ich auch gleich den Ball rüber.

01:38:11: und ich Jan, welche Wirkung hatte denn das Gespräch auf dich so aus dem Bauchhaus jetzt mal, nachdem du da die ganze Zeit zugehört hattest?

01:38:19: Also ich fand vor allen Dingen Chan sehr spannend, weil er einfach auch so von der Leber weg geredet hat und so, ja, das war halt erfrischend.

01:38:30: Ich fand auch inhaltlich spannend, was er erzählt hat über seine Erfahrungen aus der JVA.

01:38:38: Julia aus ihrem Bereich fand ich auch sehr, sage ich mal, sehr erfrischend natürlich.

01:38:45: Also so erwarte ich normalerweise niemanden, der im Jobcenter arbeitet, so vom Typus her.

01:38:51: Also sehr engagiert und auch ja, also sehr zugewandt und offen.

01:38:58: und ich habe das Gefühl, wenn ich jetzt mal in die Verlegenheit kommen würde, einen Jobcenter in Anspruch zu nehmen, habe ich das Gefühl, dass ich mir bei ihr gut aufgehoben wäre.

01:39:11: Ja, und die Mischung war auch vor allem gut.

01:39:13: Also ich fand, habe ihr gut ausgewählt, die beiden Personen, weil sie sich wirklich aus ganz verschiedenen Richtungen aufeinander.

01:39:23: getroffen sind, aber doch auch gut harmonisiert haben.

01:39:26: Auf der einen Seite, auf der anderen Seite auch so ein leichter Reibung da war, dass Chan aus seiner Perspektive die Julia auch immer so ein bisschen angepigst hat, aber alles auf einem sehr respektvollen Niveau und das hat mir gut gefallen.

01:39:44: Ja, sehr

01:39:45: cool.

01:39:45: Und Manu, wie war das jetzt?

01:39:47: Ein bisschen Rückblick für dich.

01:39:50: Ich fand es wirklich richtig toll.

01:39:53: Total cool, wie das Gespräch, der Ball da auch zwischen Jan und Julia hin und her geworfen wurden, ohne dass wir da irgendwie großartig uns einkninken mussten.

01:40:04: Ich hab mir nur gedacht, ich will mehr davon, ich will nur noch das machen.

01:40:09: Also ich fand auch, und das Gefühl hatte ich jetzt ja im Vorfeld die ganze Zeit schon, ich hab mir einfach sehr gefreut auf heute, weil ich irgendwie wusste, die funktionieren gut zusammen und die sind beide auch so super sympathische Personen.

01:40:24: Also ich bin... Erschöpft, ich bin jetzt jetzt zweieinhalb Stunden gestanden auf echt hohen Schuhen.

01:40:32: Aber nein, ich fand es richtig gut.

01:40:36: Ja, ich möchte natürlich jetzt gar nicht wiederholen, was ihr sagt, weil ich stimme denn so weit zu.

01:40:41: Ich fand das super beeindruckend, wie die Julia irgendwann sagte.

01:40:47: Es ist krass, sie weiß jetzt mehr über den Schaden, als eigentlich über alle Personen, die sie zu betreuen hat.

01:40:54: Und das hat mir doch schon gezeigt, dass krass das, was für ein Einfluss doch diese Nähe zu der Person hat, wie man die vielleicht über dieses Setting kriegt, auch auf die Entscheidung und durchaus für eine wichtige Entscheidung.

01:41:10: Ja, ich kann mir auch vorstellen, dass die Jobcenter, Mitarbeiter, natürlich von der schieren Masse an Leuten, die sie abfertigen müssen, natürlich so eine persönliche Ebene überhaupt nicht aufbauen können.

01:41:23: Auf der anderen Seite ist es dann vielleicht ganz gut, dass wir unseren Podcast jetzt hier rausbringen, um solche Schicksale oder solche Konstellation mal auf einem anderen Niveau darzustellen, also auf so einen persönlichen Austausch.

01:41:40: finde ich auf jeden Fall gut.

01:41:41: Wird ein bisschen Licht ins Dunkel bringen auf die jeweilige andere Seite?

01:41:46: Abschließend würde ich aber noch gerne ein Wort zu Chan sagen.

01:41:49: Das ist schon beeindruckend.

01:41:53: Mit der Vita sage ich mich, sich da rauszukämpfen und es beeindruckend ist, weder auf das Thema bezogen, das er hinten raus sagt.

01:42:03: Ich habe ein bisschen was dazugelernt, aber eigentlich eher schon sehr wohl weiß, wie man dieses System Jobcenter zuhandhaben hat.

01:42:11: Das ist schon beeindruckend.

01:42:13: Ja, aber das lernt man halt.

01:42:15: Ich stalle mit Learning by Doing.

01:42:17: Auf der Straße lernt man halt auch einiges.

01:42:21: Ja, der Chan hat uns jetzt auch gerade beim Abschieden nochmal so ein bisschen seine Bedenken zu verstehen gegeben, dass er vielleicht zu wenig gesagt hat, dass wir uns vielleicht gewünscht hätten, dass er mehr nochmal erzählt.

01:42:32: Ich finde aber auch, und das muss man sich auch bewusst machen, was das bedeutet, zu erzählen aus dieser Lebenserfahrung, mit Sucht, mit ... JVA mit allem Wasser halt erlebt hat.

01:42:43: Das ist ja auch an sich nackt machen und das ist ganz, ganz, ganz, ganz arg schwer.

01:42:49: Und deshalb bin ich auch so dankbar, dass er uns so viel hat teilhaben lassen.

01:42:54: Ich glaube,

01:42:54: das sind die richtigen Worte, wenn man was sagen kann.

01:42:56: Wir schalten ab.

01:42:58: Auf Wiederhören.

01:42:59: Vielen Dank.

01:42:59: Bis zum nächsten Mal.

01:43:00: Ciao.

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