Intro: Willkommen bei „Outside the Bubble-tea time“

Shownotes

In diesem Intro von „Outside the Bubble-tea time“ – einem Podcast präsentiert vom Café
Anker aus Mannheim – stellen wir uns vor und geben euch einen Einblick, worum es hier
geht. Wir erzählen, wer wir sind, wie wir uns kennengelernt haben und was uns antreibt,
diesen Podcast zu starten. Außerdem erklären wir, warum die Themenzentrierte
Interaktion (TZI) die Grundlage hierfür bildet – und was das eigentlich bedeutet.

Was erwartet euch in diesem Intro?
- Ein persönliches Kennenlernen: Wer steckt hinter "Outside the Bubble-tea time"?
- Unsere Geschichte: Wie wir uns kennengelernt haben – und wie die Idee für diesen
Podcast entstanden ist.
- Unser Warum: Was uns antreibt, diesen Raum für offene und tiefgehende
Gespräche zu schaffen.
- Einführung in die Themenzentrierte Interaktion (TZI): Wie dieser Ansatz unsere
Haltung prägt.
- Ein kleiner Ausblick: Was euch in drei Episoden erwartet und worauf ihr euch
freuen könnt.

Ein Podcast aus Mannheim:
Wir kommen aus Mannheim – einer Stadt voller Vielfalt, Gegensätze und kreativer
Impulse. Dieses Umfeld inspiriert uns, über den Tellerrand hinauszuschauen und
gesellschaftliche Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu beleuchten.

Was ist das Cafe Anker?
Das Café Anker ist eine niedrigschwellige, alkoholakzeptierende Suchthilfeeinrichtung für
Menschen mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Es wurde 2020 eröffnet und wird
gemeinsam betrieben vom Caritasverband Mannheim und dem Drogenverein Mannheim.

Was ist die TZI?
TZI (Themenzentrierte Interaktion) ist ein Handlungskonzept zur Arbeit in Gruppen, das von Ruth Cohn entwickelt wurde, um effektives Lernen und Arbeiten in Teams und Organisationen zu fördern. Es basiert auf einem Vier-Faktoren-Modell, das die dynamische Balance von Person (Ich), Gruppe (Wir), Thema (Es) und Umfeld (Globus) als Grundlage für lebendige Lern- und Arbeitsprozesse betrachtet. TZI hilft, Kommunikationsmuster in Gruppen zu verbessern, die Persönlichkeitsbildung zu unterstützen und die Eigenverantwortung sowie das kreative Potenzial der Teilnehmenden zu stärken.

DANKE:
Ein herzliches Dankeschön an alle, die uns auf dem Weg zu diesem Podcast unterstützt
haben – namentlich bei

Opener: Rebecca Madita Hundt (https://rebecca-madita-hundt.de/)
Coverbild: Tanja Hammel (https://tanjahammel.com/)
Coverdesign: Paul Schmitz
Ton: Jan Kalt (https://www.tonstudio-mannheim.de/de/tonstudio)
Fördergeld: Caritas Stiftung für die Erzdiözese Freiburg
(https://www.dicvfreiburg.caritas.de/verband/caritas-stiftung/caritas-stiftung)

Ohne euch wäre „Outside the Bubble-tea time“ nicht das, was es ist!

Bleibt dran!
Abonniert den Podcast, um keine Folge zu verpassen. In den kommenden drei Episoden
erwarten euch inspirierende Gespräche, ungewöhnliche Perspektiven und jede Menge
Denkanstöße.

Links:
Instagram: Outside.the.bubble.tea.time
Cafe Anker: https://www.caritas-mannheim.de/hilfe-und-beratung/sucht/cafe-anker/cafe-anker
TZI: https://www.ruth-cohn-institute.org/was-ist-tzi.html

Willkommen bei „Outside the Bubble-tea time“ – schön, dass ihr da seid!

Transkript anzeigen

00:00:01: Hi, ich bin Manu, Sozialarbeiterin im Café Anker.

00:00:04: Und ich bin Marcel, Arbeits- und Organisationspsychologe.

00:00:07: Und wir laden euch ein zur ...

00:00:09: Outside the Bubble Tea Time.

00:00:11: Ein Podcast der Raumschaft für echte Begegnungen, ehrlichen Austausch und neue Perspektiven.

00:00:17: In jeder Folge bringen wir zwei Menschen an einen Tisch.

00:00:20: Ein Besucher oder Besucherin unserer Suchthilfe-Einrichtung Café Anker und eine Person aus einer Institution, die in ihrem Leben eine Rolle spielt.

00:00:28: Zum Beispiel aus dem Jobcenter, der Psychiatrie oder anderen Einrichtungen im sozialen Nahraum.

00:00:34: Ein Thema, vier Perspektiven, ein Gespräch, locker offen und manchmal auch überraschend.

00:00:41: Es geht ums Zuhören, Verstehen und darum, was möglich wird, wenn Menschen sich wirklich begegnen.

00:00:48: Outside the Bubble Tea Time.

00:00:50: Jetzt reinhören.

00:00:51: Überall da, wo es Podcasts gibt.

00:00:55: Outside the Bubble Tea Time von und mit Marcel Hirt und Mano Morsch wird präsentiert vom Café Anker in gemeinsamer Trägerschaft von der Suchtberatung des Karitasverbandes Mannheim und dem Drogenverein

00:01:06: Mannheim.

00:01:11: Ja, Outside the Bubble Tea Time und das, obwohl wir beide Kaffee-Drinker sind, ne?

00:01:15: Ich

00:01:16: glaube, wir haben beide noch nie ein Bubble Tea getrunken.

00:01:19: Das stimmt, auch ich hab noch kein Bubble Tea getrunken.

00:01:22: Wenn ich ehrlich bin, möchte ich auch gar keinen trinken.

00:01:24: Trotzdem heißt der Podcast so.

00:01:26: Und warum heißt er so?

00:01:27: Sagst du es mir?

00:01:28: Wir sind outside the bubble und zur Tea Time und dann hat sich das einfach sehr gut angeboten.

00:01:35: Okay, und wer sind denn wir?

00:01:37: Wir?

00:01:37: Ja.

00:01:38: Wer wir sind?

00:01:39: Also ich bin Manu.

00:01:40: Ich bin Marcel.

00:01:42: Erst mal sind wir ja immer vier, die sprechen und man kann sagen, wir sind tatsächlich aus vier unterschiedlichen Bubbles.

00:01:49: Wobei man auch sagen muss, durch unsere langen, monatige Zusammenarbeit nähern wir uns ja auch der Bubble an, in der wir uns bewegen.

00:01:57: Ich könnte das heute gar nicht mehr so unangeschränkt sagen, wir bewegen uns in unterschiedlichen Bubbles.

00:02:02: Aber beruflich, man könnte sagen hauptberuflich.

00:02:05: und bewegen wir uns auf jeden Fall in unterschiedlichen Bubbles, also Marcel, du und ich.

00:02:10: Ich komme da gleich nochmal zurück, dass wir vielleicht nicht in unterschiedlichen Bubbles sind.

00:02:15: Aus meiner Perspektive ist es tatsächlich so, dass ich das auch gar nicht sein möchte in einer Bubble.

00:02:21: Nichts ist trotz so aus dem sozialen Konstrukt oder aus dem gesellschaftlichen Konstrukt betrachtet, ist es ja so.

00:02:29: Ja vielleicht, kommen lassen wir mal starten.

00:02:32: Mit welcher Bubble ist denn deine?

00:02:34: Also letztendlich kann man sagen, ich bin mich auch in ganz unterschiedlichen Bubbles.

00:02:38: Aber ich bediene hier natürlich eine bestimmte Bubble.

00:02:41: Und zwar das ist meine Kaffee-Anker-Bubble.

00:02:45: Ich bin ja quasi hier im Podcast auch als Vertreterin des Kaffeeankers unterwegs.

00:02:51: Okay, ich kenne dich.

00:02:52: Ich kenne die Hintergründe.

00:02:54: Wenn ich jetzt aber zuhören würde, würde ich sagen, okay, stopp mal.

00:02:57: Viele Fragezeichen.

00:02:58: Stopp.

00:02:59: Was ist Kaffeeanker?

00:03:00: Wie jetzt Mannheim?

00:03:02: Und wie kommst du jetzt ins Spiel?

00:03:05: Was machst du denn beruflich?

00:03:06: Was hat es mit dem Kaffeeanker zu tun und mit Mannheim?

00:03:09: Also ich arbeite als Sozialarbeiterin im Café Anker.

00:03:13: Ich bin angestellt bei der Karitas Suchtberatung, hab da die Koordinationsleitung.

00:03:17: Wir sind im Jungbusch in Mannheim.

00:03:20: Wir sind von der Stadt finanziert.

00:03:23: und in gemeinsamer Trägerschaft von der Suchtberatung des Caritas-Verbandes Mannheim und dem Drogenverein Mannheim.

00:03:29: Das heißt, es ist ein nicht ganz unkompliziertes Konstrukt, weil zwei Träger gemeinsam diese Einrichtung leiten.

00:03:36: Das heißt, das halbe Team ist angestellt bei der Caritas und das andere halbe Team ist angestellt beim DVM und wir sind aber ein Team Café Anker.

00:03:44: Es ist für Menschen da, die zum großen Teil sehr schwer abhängig sind.

00:03:49: Unsere Besonderheit ist, dass wir alkoholakzeptieren sind.

00:03:51: Das heißt, die Leute dürfen bei uns niedrigprozentigen Alkohol trinken.

00:03:55: Also es sind nicht nur Menschen, wo man sagt, da ist klassisch nur eine Alkoholabhängigkeit, sondern es sind häufig dann auch Menschen, die auch noch ... andere illegale Drogen konsumieren oder auch eben noch andere Thematiken haben wie Wohnungslosigkeit, dann auch ganz unterschiedlich manche, ich sage mal, der klassisch-deutsche Wohnungslose, aber auch Wohnungslose mit einem EU-Hintergrund.

00:04:19: Es gibt in Mannheim sehr viele polnische oder rumänische Menschen, die auch alkoholabhängig sind.

00:04:27: Und deshalb kam es eben dazu, dass wir das Café Anka als Trägerkooperation geöffnet haben.

00:04:33: um alle Leute mit ins Boot zu holen.

00:04:36: So, dann berichte doch bitte mal den Zuhörenden, wie kam es überhaupt zu diesem Podcast?

00:04:43: Weil ich sage immer, es ist dein Podcast, du korrigierst mich da, nein, es ist unser Podcast.

00:04:49: Da hast du natürlich auch recht.

00:04:51: Aber letztendlich ist das Konzept, sag ich mal, irgendwann aus deiner Feder oder aus deinem Kopf entstanden.

00:04:58: Und als wir uns kennengelernt haben, hast du das ja nur noch aus der Schublade rausgezogen.

00:05:03: Ja, die Idee zum Podcast ist... entstanden im letzten Jahr, als wir im Café Anker Sound Collagen erstellt haben zum Thema Gegengewalt, bei denen wir Interviews geführt haben mit verschiedenen Leuten aus unserem sozialen Nahraum, das heißt auch Vertreterinnen von diversen Institutionen, aus der Nachbarschaft oder einen Besucher aus dem Café Anker.

00:05:23: Und dann haben wir eben vier Sound Collagen erstellt, die sich mit dem Thema Gewalt und Gewalt der Leben beschäftigen.

00:05:30: Und als wir dann mit diesem Projekt fertig waren, da kam mir quasi diese Idee für Outset in a Bubble Tea Time.

00:05:38: Es war aber auch klar, dass zu dem Zeitpunkt das nicht umzusetzen ist, weil ... Jeder, der mal so ein Projekt gemacht hat, weiß, wie viel Arbeit da drinsteckt.

00:05:47: Und da brauchte ich auf jeden Fall eine Pause.

00:05:49: Plus die Rebecca, meine Partnerin, mit der ich diese Soundcollagen gemacht hab, aus Köln kommt.

00:05:56: Das heißt, es ist schwer, dann ein Podcast umzusetzen, so ein Mannheim-Podcast aus logistischen Gründen.

00:06:02: Und dann ist das ganze Projekt sozusagen ein bisschen eingeschlafen.

00:06:06: Und dann hab ich dich Marcel kennengelernt bei der Arbeit.

00:06:10: Und es hat irgendwie ... durch Fügung, glückliche Umstände, Zufall, nenn es, wie es willst, dann dazu geführt, dass wir ja sehr schnell gemeinsam zu einem Live-Podcast gegangen sind.

00:06:26: Und da ja dann irgendwie so zur Sprache gekommen ist, dass wir ja beide Ideen haben für ein Podcast.

00:06:33: Irgendwie hat das alles so gut zusammengepasst.

00:06:36: Das ist dann ja dann sehr schnell ... Irgendwie auf den Tisch kam, ob wir nicht einfach gemeinsam diesen Podcast machen wollen.

00:06:45: So, und wie komme ich jetzt ins Spiel?

00:06:46: vielleicht, um das so ein bisschen aufzulösen?

00:06:50: Du hattest ja schon gesagt, wir kennen uns von der Arbeit.

00:06:53: Ich bin ja hauptberuflich bei der Polizei in Mannheim und bin jetzt seit Anfang diesen Jahres, also seit Anfang fünfundzwanzig, bin ich ja auf dem Revier innen statt und bin da hauptverantwortlich für die Präventionsarbeit von diesem Revier.

00:07:12: Für mich ist es quasi eine Rückkehr.

00:07:14: Ich war da vor zwölf Jahren schon in dem Revier und war da damals im Streifendienst relativ frisch nach meiner Zeit bei der Bereitschaftspolizei.

00:07:22: Das heißt, ich bin jetzt seit achtzehn Jahren bei der Polizei und jetzt quasi seit einem halben Jahr wieder auf dem Revier innen statt.

00:07:32: und ja.

00:07:34: weil du am Anfang das nicht erwähnt hattest, auch noch so ein Fragezeichen drin hattest, wir haben uns über ein Buch quasi, haben wir das Fundament gelegt, das fällt mir gerade so ein.

00:07:45: Ja,

00:07:46: also vielleicht zu dem Buch, ich war auf Anfang diesen Jahres auf einer Lesung oder vielleicht war es auch noch Ende den letzten Jahres, aber auf jeden Fall jetzt kurz bevor wir uns kennengelernt haben, war ich auf einer Lesung zu einem Buch, in dem es um Polizeigewalt ging.

00:07:59: Und ich saß dann in dieser Lesung und da waren eben sehr viele Leute, die sehr mit dem Autor einig waren.

00:08:08: Es ging die ganze Zeit darum, die böse Polizei und die Gewalt, die von der Polizei ausgeht und dann auch an konkreten Fällen.

00:08:17: Und dass es ja auch viele Fälle gibt, in dem tatsächlich Polizeigewalt, also das will ich überhaupt nicht infrage stellen.

00:08:26: Aber mir persönlich hat ... Diese in der Lesung, ich habe die als sehr einseitig empfunden, weil ich saß da immer und dachte immer, wie wäre das, wenn jetzt vielleicht auch mal ein, zwei Vertreter der Polizei da wären und mal sozusagen die eigene Perspektive mit einbringen.

00:08:42: Und das war aber nicht so.

00:08:43: Dann bin ich dann letztendlich so ein bisschen unbefriedigt aus der Lesung gegangen und dachte mir, das hat mir jetzt einfach gefehlt, die andere Seite.

00:08:50: Und dann hatten wir wieder unseren Polizeiaustausch.

00:08:53: Wir haben zu dem Zeitpunkt das noch so gemacht, dass wir uns alle drei Monate zusammengesetzt haben.

00:08:58: Acht Mitarbeiterinnen aus dem Café Anker und acht oder Beamte von der Haferwache.

00:09:06: Und dann habe ich quasi erzählt in diesem Austausch, dass ich auf der Lesung war und was ich, wie ich das so erlebt habe.

00:09:12: Und dann warst du total offen den Buch gegenüber.

00:09:17: Und dann habe ich dir das empfohlen und du hast es dir ja dann auch sofort besorgt und angefangen zu lesen.

00:09:21: Und dann sind wir quasi über das Gespräch, über das Buch zu dem Live-Podcast gekommen, in dem es ja auch um Polizeigewalt ging.

00:09:32: Klar, und für mich war das unser erstes Aufeinandertreffen.

00:09:36: Ich habe also frisch angefangen auf dem Revier und habe da diese Tätigkeit übernommen.

00:09:41: und dann Muss man vielleicht dazusagen, diese Erfahrungsaustausch, den ihr als Kaffee angehabt, mit der Polizei, ist ja mit dem zuständigen Polizeirevier, also das Polizeireviermann am Innenstadt, und der läuft, der jetzt schon seit viel längerer Zeit, als ich jetzt da bin.

00:10:00: Also wie lange habt ihr den Erfahrung?

00:10:02: Schon so zweieinhalb Jahre oder

00:10:04: so?

00:10:05: Ja, genau.

00:10:05: Und ich kam dann jetzt quasi im Frühjahr dazu und bin dann quasi gleich in diese, ja ... Es stand irgendwann wieder ein turnösmäßiger Erfahrungsaustausch.

00:10:15: Das war dein zweiter Tag oder so,

00:10:16: ne?

00:10:17: Relativ frisch.

00:10:17: Ich wurde damit reingeschmissen.

00:10:19: Ich hatte da vom Kaffee angehört, ich sag da noch überhaupt keine Ahnung.

00:10:24: Nur, dass ich wusste, dass es das gibt.

00:10:26: Und ich war da drin.

00:10:27: Und du hast auf jeden Fall von dem Buch berichtet und ... ist richtig.

00:10:33: Ich bin da relativ offen, weil ich mir durchaus gern mal eine andere Perspektive anhör.

00:10:40: oder versucht die auch zu verstehen, mit Blick auf den Beruf Polizei.

00:10:48: Wobei man sagen muss, Polizeigewalt, Gewaltmonopol ist hochpolitisch.

00:10:55: Sehr komplex, sehr schwierig.

00:10:58: Darum soll es auch hier gar nicht gehen.

00:10:59: Es war letztendlich nur das Fundament.

00:11:02: Ich würde sagen, wahrscheinlich diese Offenheit für ein doch sehr polizeikritisches Buch.

00:11:08: wo dann dazu geführt hat, dass wir bei einem Live-Podcast.

00:11:12: Es war so, dass du mich gefragt hast, ob ich da mitgehe.

00:11:14: Am Tag der Polizeigewalt war das.

00:11:16: Beziehungsweise warst du vorher noch bei uns im Café Anker?

00:11:20: Weil du kanntest, wie du gesagt hast, das Café Anker eigentlich nicht.

00:11:23: Dann hab ich dich ja eingeladen und dann hast du ja auch die Einladung angenommen und bist zu uns ins Café Anker gekommen und hast ja auch ganz viel Zeit genommen.

00:11:30: Du hast, glaub ich, gefühlt zwei Stunden da.

00:11:33: Wir haben dieses Treffen ja extra vor die Öffnungszeiten gelegt, damit unsere Besucherinnen ... quasi gar nicht großartig mit dir in Berührung kommen, weil wir das Café Anker als Schutzraum ja verstehen und dementsprechend auch gucken, dass da gar nicht unbedingt die Polizei so in Erscheinung tritt.

00:11:48: Aber du warst ja dann irgendwie mit viel Zeit da.

00:11:52: Das fand ich auch richtig cool, weil du dir die Zeit genommen hast und weil du so interessiert warst und dir alles angeschaut und angehört hast.

00:11:59: Und es für mich einfach auch klar war, dass du da sehr differenziert drauf guckst.

00:12:05: offen bist auch für unsere Perspektive.

00:12:08: Und ich glaube, das war ja vor, dass dann kam mit dem Podcast und dann hat sich das alles stimmig angefühlt, dass ich dachte, da gehen wir jetzt zusammen hin und ich kann dich dort beschützen.

00:12:18: Ja genau, aber so war es.

00:12:19: Ich habe aufgrund der Tätigkeit das Angebot angenommen, habe gesagt, ich schaue mir das mal an und war dann, wie du eigentlich beschrieben hast bei euch im Kaffee und dann, genau, hast du mich quasi auf einen Aber das war ja dann jeweils privat für uns zu diesem Live-Podcast mitgenommen gegen Polizeigewalt.

00:12:45: Ja, und kurz darauf war schon dann das Konzept irgendwann mal aus der Schublade geholt.

00:12:48: Nach der Zeit passen wir auf.

00:12:49: Ich habe hier ein Konzept.

00:12:52: Das wollte ich eigentlich mit einer Freundin machen.

00:12:55: Jetzt hab ich dich kennengelernt.

00:12:56: Ich glaub, du könntest hier quasi werchen guter Kommoderator, so war das.

00:13:01: An der Stelle vielleicht dann ganz wichtig für mich, um das abzugrenzen.

00:13:07: Ich mach das natürlich nicht aus der Position der Polizei.

00:13:11: Heißt nicht in der Funktion als Polizeibeamter.

00:13:15: Ich hab eben her die letzten Jahre ... mich noch weitergebildet.

00:13:19: Ich habe ja Arbeits- und Organisationspsychologie studiert, privat.

00:13:25: Und macht es quasi eher so aus der Sparte raus, was eigentlich ganz gut passt, weil das ja dieses Zusammenbringen von Menschen aus unterschiedlichen Bappen total, also auch ein psychologisches Thema ist, dann auch gerade, was die soziale Wahrnehmung betrifft.

00:13:46: Genau, und deshalb kann man aber sagen, Also was unsere beruflichen Hintergründe anbelangt, bewegen wir uns schon erstmal in unterschiedlichen Bubbeln.

00:13:59: Aber was jetzt unser privates Engagement, also bei mir ist das ja gar nicht so ganz privat.

00:14:05: Ich bin da ja auch als Vertreterin des Café Ancas, das ist vielleicht der Unterschied zwischen uns beiden.

00:14:10: Also du machst den Podcast.

00:14:13: und ich mach ihn in meiner privaten Zeit, aber im Grunde nicht privat, sondern ich schon ganz klar aus der Rolle der Vertreterin des Kaffeeankars.

00:14:24: Ja,

00:14:25: bei mir ist es natürlich ganz klar getrennt.

00:14:28: Auch wenn klar ich der Podcast eine super gute Sache sein könnte für die polizeiliche Präventionsarbeit, das kann ich schon so sagen.

00:14:37: Aber das ist ganz klar davon zu trennen.

00:14:39: Das hat hier nichts mit Polizei zu tun, was ich mache.

00:14:42: Das ist kein polizeiliches Präventionsprojekt.

00:14:48: Das ist rein mein privates Vergnüge.

00:14:51: So würde ich das auch beschreiben.

00:14:53: Auch Interesse.

00:14:54: Und ... ja.

00:14:59: Das ist einfach wichtig zu sagen, weil das einfach ... Polizei ist eine hochpolitische, komplexe und auch sehr ambivalente Organisation.

00:15:08: Es ist nur wichtig, das ganz klar abzugrenzen.

00:15:14: Zum einen für die Organisationenpolizei, als auch mich, als Privatperson oder auch als Polizeibeamter, dass das klar getrennt ist.

00:15:24: Du

00:15:24: bist auch ... also ... so in unserer ... in unsere Kommunikation, in den letzten Monaten ist der Polizist Marcel auch immer mehr aus meinem Blickfeld verschwunden.

00:15:38: Lustigerweise.

00:15:39: Am Anfang habe ich dich klar, weil ich dich auch über diesen beruflichen Kontext kannte und wir, das muss man dazu sagen, ja auch öfter mal quasi über unseren beruflichen Kontext Kontakt haben.

00:15:50: Das läuft dann über ein anderes Handy und über eine andere Nummer und in unserer Arbeitszeit.

00:15:54: Das ist eigentlich ganz spannend.

00:15:57: Aber mittlerweile nehm ich den Polizisten, in die er gar nicht mehr war, verrückterweise.

00:16:03: Und gleichzeitig müssen wir sagen, haben wir da ja auch dennoch eine gewisse Verantwortung, weil unsere Besucherinnen im Café Anker, also die Besucherinnen im Café Anker, haben ja ganz oft auch Schwierigkeiten mit der Polizei, aufgrund von Erfahrungen, die gemacht wurden oder Ängsten, die damit verbunden sind.

00:16:22: Und was wir schon machen, ist in unserem Vorgespräch mit den... die Besucher aus dem Café Antre sind, dass wir denen ganz klar sagen immer zu, Marcel ist hauptberuflich Polizist.

00:16:34: Wir wollen, dass du das weißt, damit die Wissen wen sie vor sich haben.

00:16:40: Das ist sozusagen schon eine Verantwortung, die wir uns auch zuschenlich fühlen.

00:16:48: Ja, schon klar.

00:16:48: Das ist schon wichtig, dass sie das wissen.

00:16:52: Letztendlich ist es auch so, auch wenn ich strikt drinnen, den Podcast von meinem Beruf.

00:16:57: bringe ich ja trotzdem, sage ich mal, diese Prägung, die ich in jetzt achtzehn Jahren Polizei habe, bringe ich ja trotzdem mit.

00:17:06: Also das ist ja fast die Hälfte meines Lebens, wo ich quasi in der Organisation Polizei bin.

00:17:16: Also die prägt mich ja auch so als Person, die jetzt hier sitzt.

00:17:22: Klar, das bringe ich schon mit.

00:17:23: Aber es ist schön, dass wir sagen, ist es jetzt ein gutes Zeichen, dass quasi die Rollen oder die Grenze zwischen den zwei Rollen, der Polizist und der, sagen wir mal, der Podcast dann mit dir, dass das verschwindet, die Grenze, dass die sich auch... Ist es gut oder ist das was Schlechtes?

00:17:40: Also ich finde es total gut.

00:17:41: Für mich ist es total schön zu hören, dass quasi, dass man, dass der Polizist so ein bisschen raus geht oder weg geht.

00:17:50: Das ist total gut.

00:17:51: Also es ist ja auch, wir geben ja mit dem Podcast oder wir möchten gerne mit dem Podcast quasi unseren Gästen die Möglichkeit geben, sich zu zeigen.

00:18:03: jenseits der Schublade, in denen sie sich sonst zu bewegen.

00:18:06: Sowohl den Besuchern aus dem Café Anker, die erleben oft Stigmatisierung, Diskriminierung, sind oft abgestempelt als der Junkie, der Alki, Suchtkrank.

00:18:17: Und gar nicht mehr, also die Personen, die dahinter steckt und die ja trotzdem immer noch da ist, die Wünsche und Bedürfnisse und Hoffnungen, im besten Fall noch Visionen, die sind ... fallen ganz, ganz, ganz oft unter den Tisch.

00:18:32: Und ähnlich geht es ja auch ganz oft Mitarbeiterinnen von, ich sag mal, gesichtslosen Institutionen wie der Polizei oder wie dem Jugendamt oder das Jobcenter.

00:18:45: Und auch da laden wir ja Menschen ein, die mal berichten von ihren Erfahrungen.

00:18:53: In der Institution mit der jeweiligen Logik, also wir geben Menschen die Möglichkeit, sich in ihrer Individualität auch zu zeigen, jenseits der Schublade.

00:19:03: Es ist eigentlich spannend, jetzt, wo wir darüber reden.

00:19:08: Am Anfang, als die Anfrage von dir kam, ob ich das mache, wusste, okay, ich würde dich der super gerne unterstützen.

00:19:15: und dann kam sofort.

00:19:16: aber, kam sofort aber der Gedanke, der Polizist so, okay.

00:19:23: Krass, stopp, wir haben beruflichen Kontext.

00:19:25: Wir werden auch zukünftig beruflich zusammenarbeiten.

00:19:29: Jetzt ist der Erfahrungsaustausch auch nicht immer mit gegenseitigen Lobpreisungen verbunden, sondern auch durchaus mit Kritik, weil es auch darum geht, wenn Polizei-Einsätze bei euch in der Einrichtung sind.

00:19:43: Wie agiert die Polizei?

00:19:44: Wie verhält sich die Einrichtung?

00:19:46: Und jetzt soll ich hier als Privatperson noch ... in diesem gleichen Kontext irgendwie so ein Podcast mitmachen.

00:19:55: Und wenn ich jetzt so ganz ehrlich bin, war am Anfang so ein bisschen erst mal, oh Gott, das kann ich mitmachen, das gibt nur Ärger.

00:20:07: Also eigentlich so die Angst.

00:20:11: Das ist schon so... Weil du das Gesichtslose erwähnst.

00:20:16: Weil man ja in Organisationen nie sprecht oder für sich sprechen darf.

00:20:22: Das machen immer gewisse Vertreter.

00:20:24: Also nicht nur bei der Polizei, auch bei anderen.

00:20:26: Aber es machen immer Vertreter und man selbst darf gar nicht sprechen.

00:20:29: Aber es ist spannend.

00:20:30: Der Podcast gibt mir schon die Möglichkeit, meine eigene Perspektive drauf zu geben.

00:20:37: Ich muss ja nicht als Polizeibeamter drüber sprechen.

00:20:40: Oder das machen.

00:20:40: Ich darf so als Marcel.

00:20:42: machen.

00:20:43: Mit dem polizeitigen Wissen.

00:20:46: Und es ist jetzt auch nicht so, dass wir in den letzten Monaten nicht auch die eine oder andere Reibung hatten.

00:20:53: Also wir haben ja schon auch immer mal wieder so kleine Meinungsverschiedenheiten, sowohl beruflich als auch vielleicht irgendwie im Podcast sind wir schon auf einem guten Weg.

00:21:05: eine Linie zu fahren, sag ich mal.

00:21:07: Aber trotzdem, wir haben Reibung immer wieder.

00:21:10: Und letztendlich ist die ja auch sehr fruchtbar.

00:21:12: Also die bringt uns ja nur weiter.

00:21:13: Aber kurzum, ich hab das letztendlich natürlich abgeklärt mit meinem Vorgesetzten.

00:21:18: Ich hab gesagt, okay, ich hab diese Anfrage, ich würde es gern machen.

00:21:22: Ich mach das aber nicht als Polizeibahm, ich mach das aus private Perspektive, aus, ja, letztendlich der Arbeits- und Organisationspsychologischen Perspektive.

00:21:36: Und eigentlich ist es auch mein Ziel grundsätzlich.

00:21:41: Also ich glaube, ohne da jetzt tiefer gehen zu wollen, ich glaube nicht an das Konstrukt oder an die Idee einer Identifizierung mit einem Beruf, mit einem Berufsbild und auch mit einer Organisation, weil ich glaube, dann nimmt man quasi immer eine Rolle ein und mir geht es eigentlich im Leben darum, eigentlich aus den Rollen rauszukommen.

00:22:09: Das heißt, ich möchte nicht die Rolle zu das Polizeibeamten haben oder nicht die Rolle des Arbeits- und Organisationspsychologen.

00:22:14: Und dann immer, wenn ich in der jeweiligen Rolle bin, das, was man da eigentlich erwartet, so auch aus der gesellschaftlichen Haltung raus erfüllen, sondern ich möchte eigentlich, möchte ich in allen Settings ich selbst sein und eigentlich schon so die Wahrheit leben.

00:22:34: Und das heißt, man oftmals darf man gar nicht das Rollenbild erfüllen.

00:22:38: oder muss abseits der Rollenerwartung quasi muss man eigentlich gehen.

00:22:45: Und warum sage ich das?

00:22:47: Weil es ist so schön, wenn du sagst, das ist jetzt im Laufe der letzten Monate so verschwommen.

00:22:51: Es ist eigentlich ein gutes Feedback für mich, dass ich das schon ein Stück für Stück schaff, dass ich quasi gar nicht aus dieser getrennten Rolle das betrachte.

00:23:04: Und das ist irgendwie schön, weil das ist ja auch so ein bisschen das Thema.

00:23:08: Also dieses Bubble-Denken, dieses Blasen-Denken, das ist ja eigentlich immer, entsteht ja immer nur, weil man quasi in der Rolle gefangen ist.

00:23:17: Oh ja, bzw.

00:23:18: wenn man sich dann eben auch quasi nur mit Leuten umgibt, die in der ähnlichen Bubble sind, so kommt es ja auch zu den Bubbeln.

00:23:26: Also dass es einfach wenig Blick noch außerhalb der eigenen Bubble oder Kontakte zu außerhalb der eigenen Bubbeln gibt.

00:23:35: Aber letztendlich ist das auch mein persönliches Ding, weil ich bin Sozialarbeiterin und das jetzt auch mit Leib und Seele im Café Anker.

00:23:42: Gleichzeitig habe ich viele Jahre beim Film gearbeitet als Regieassistentin und ich bin auch Mutter.

00:23:49: Also letztendlich, ich habe auch ganz unterschiedliche Rollen.

00:23:54: die ich erfüllen muss in meinem Alltag oder die Teil von mir sind.

00:23:59: Und der Podcast gibt mir eine Supermöglichkeit, so das Kreative, was ich aus meiner Filmzeit habe und was ich auch ganz oft vermisse.

00:24:08: Jetzt zu verbinden mit dem sozialarbeiterischen, also deshalb ist es auch einfach eine richtig tolle Sache.

00:24:14: Und vielleicht noch, also vorher noch mal gefragt das nach Mannheim.

00:24:18: Ich glaube, es ist schon so, dass wir beide und auch ... Also einen starken Mannheimbezug haben und dass ja auch die Personen, die wir einladen, aus den Institutionen, dass es sich da um Mannheimer-Institutionen handelt und auch unsere Besucherinnen ja zum großen Teil Mannheimer sind oder sich ganz viel in Mannheim aufhalten.

00:24:41: Und das ist schon für uns, also das Ding ist, dass wir sagen, wir sind ein Podcast.

00:24:47: aus Mannheim für alle, aber Mannheim spielt auf jeden Fall eine zentrale Rolle auch.

00:24:53: Ja, sehe ich auch so.

00:24:54: Also, Mannheim ist schon, ja, der irgendwie hat's was und das sagt selbst ich als gebürtiger Pfälzer.

00:25:02: Das dürfte ich fast gar nicht sagen.

00:25:03: Aber ich möchte mich auch nicht mit dem Felser identifizieren, weil da wäre ich auch wieder in dieser Rolle des Felsers und würde aus dieser Bubble auf Mannheim schauen.

00:25:12: Entschuldigung,

00:25:12: den Felser kannst du halt leider nicht verleugnen.

00:25:15: Ich glaube, denn jeder Zuhörer und Zuhörerin wird deinen Felser-Dialekt mitbekommen.

00:25:23: Das ist natürlich schwierig, das auf Knopfdruck auszuschalten.

00:25:26: Das kommt immer mal wieder durch, ja.

00:25:29: Aber ... Coole Geschichte finde ich, also mein Antrieb.

00:25:33: Das war denn dein Antrieb?

00:25:34: Ich

00:25:35: wollte noch eine Sache sagen zu unseren Vorerfahrungen oder unseren Rollen, die wir auch zu uns... Was ich spannend finde, wenn wir in der zweiten Staffel die Episode drehen mit dem Polizisten, da wird es für dich eine andere Herausforderung als bei den anderen Folgen, weil du ja auch diese Seite kennst.

00:26:06: Und gleichzeitig, wir drehen jetzt, wir nehmen in der ersten Staffel auch noch eine Folge mit einem Mitarbeiter in das Jugendamt.

00:26:15: und ich habe auch ein paar Jahre im Jugendamt gearbeitet, nicht in Mannheim, sondern im Reneckerkreis.

00:26:20: Auch da, da bringe ich dann ja auch sozusagen meine Jugendamtserfahrung mit rein, ob ich will oder nicht.

00:26:26: Also ich finde, das ist dann nochmal spannend, wenn wir mit unseren Vergangenheiten oder mit unserer Beruflichkeit auch... nochmal aus unterschiedlichen Perspektiven draufgucken.

00:26:36: Ja, spannend, dass du jetzt im Intro für die erste Staffel, für die erste drei Episoden, gleich eine zweite Staffel antieserst.

00:26:46: Aber okay, lassen wir das einfach mal so im Raum stehen.

00:26:49: Ich habe

00:26:50: schon Ideen für vier Staffeln.

00:26:51: Ich komme da gar nicht hinterher.

00:26:54: Aber gut, du hast recht.

00:26:59: Spannend ist, was da die Macht mit uns schon macht.

00:27:04: Vor allem bei mir, weil ich erzählt hab, das Erste war, oh, kann ich das überhaupt machen?

00:27:08: Darf ich das überhaupt?

00:27:09: Ich muss aufpassen.

00:27:11: Das kann ich ja sagen, Polizeibeamten haben unheimlich viel Angst, offen zu sprechen.

00:27:17: Das passiert auch nur in der eigenen Bappel.

00:27:20: Da spricht man schon über die Organisation.

00:27:24: Aber nach außen ist es dann schon ein ganz anderer Effekt.

00:27:27: Das hat doch was mit zu tun.

00:27:30: Mit der Macht, die die Organisation hat, auch nach innen.

00:27:36: Aber gut, das gehört vielleicht bei so was dazu, dass man auch diesen Schritt gehen muss, diesen Mut haben muss jetzt.

00:27:44: Vielleicht diese Angst, sag ich mal durchzugehen.

00:27:50: Das ist das so ein bisschen das, was bei mir passiert, dass ich da gesagt hab, ich mach damit.

00:27:59: Spannend wird's dann in der Umsetzung auch bei dir.

00:28:04: Genau, zum Antrieb.

00:28:08: Also,

00:28:12: es ist ja so, dass wir im Café Anker sind, niedrigschwellig sind.

00:28:16: Und dass ich die Erfahrung mache, dass Menschen mit einer Suchterkrankung ganz selten bis fast nie die Gelegenheit bekommen, für sich zu sprechen öffentlich.

00:28:31: Schon allein so Ansätze, dass wir mal Betroffene ... partizipieren lassen in irgendwelchen runden Tischen und so.

00:28:40: Selbst das lässt sich tatsächlich fast gar nicht umsetzen, weil es da einfach sehr große Widerstände gibt.

00:28:45: Und es gibt zwar diverse Podcasts und Formate, wo Menschen mit Suchterfahrung irgendwie mitmachen.

00:28:54: Ganz oft geht es dann aber explizit um die Geschichte, um die Suchtgeschichte, warum bin ich abhängig geworden?

00:29:02: und so.

00:29:02: Also ein so narratives Ding.

00:29:07: Wir haben diese Soundcollagen gemacht und da habe ich schon mal gemerkt, was allein das Interview führen, diese Gespräche zu machen mit den beteiligten Personen gemacht haben.

00:29:17: Das heißt zum Beispiel die zwei Polizistinnen, die da mitgemacht haben.

00:29:21: Mit denen hatten wir dann nachhaltig erst mal eine andere Beziehung.

00:29:26: Allein dieses Interview zu führen, hat was gemacht mit uns.

00:29:31: Überhaupt mal in diesen Denkprozess und Reflexionsprozess einzusteigen.

00:29:36: Da habe ich mir gedacht, es wäre doch super spannend, wenn jetzt unsere Besucherinnen aus dem Café Anker auch mal die Gelegenheit bekämen, zu sprechen, ihre Meinung zu äußern, in den Dialog zu gehen.

00:29:50: Und zwar nicht nur, indem sie sich als Opfer oder als kranke Person oder als sonst was, also wo es nicht nur oder explizit um quasi die Erkrankung geht, sondern wo es eben auch darum geht mal den Mensch.

00:30:05: mit allen Facetten auch zu zeigen.

00:30:07: Und dann eben auch im Dialog mit Menschen aus Institutionen, die sie ja ganz oft in ihrem Alltag erleben, aber halt nie ohne eine Machtundleichheit oder ohne eine Abhängigkeit.

00:30:21: Ja, das ist ja das Entscheidende auch, dass immer dann, wenn Institutionen auf, sag ich mal jetzt, die Besucher von euch treffen, dass da letztendlich immer von von der Institution und der Konsequenz und der Entscheidung und der Folge folgen muss.

00:30:41: Es hat ja eben einen Grund, warum die aufeinander treffen.

00:30:45: Und das macht es ja auch schwierig, sag ich mal, dann oft, also auch für die, die sag ich mal, für die Institution dann einstehen oder die Dienstleistung erbringen.

00:30:57: Und genau, mein Antrieb ist letztendlich diesen Raum zu eröffnen.

00:31:02: Also wirklich den Besucherinnen aus dem Café Anka eine Chance zu geben, zu sprechen, in eine Dialog zu gehen mit Menschen aus den Institutionen.

00:31:12: Und gleichzeitig finde ich es auch super spannend, die Menschen aus den Institutionen zu erleben, die, wie ich ja schon gesagt habe, ganz häufig gesichtslos sind.

00:31:19: Das ist die Frau vom Jugendamt.

00:31:21: Der ist vom Jobcenter.

00:31:23: Der ist vom Jobcenter.

00:31:24: Die bla bla bla.

00:31:25: Dann wird der Nachname gesagt.

00:31:27: Aber ... Wir erfahren gar nichts von, was heißt das in der Institution zu arbeiten?

00:31:32: Wo muss ich vielleicht auch Dinge tun, die ich eigentlich nicht tun will?

00:31:35: Oder wo sind da einfach Systemlogiken, die mir Grenzen setzen?

00:31:40: Vielleicht würde es vielleicht auch gerne anders machen, aber es geht halt nicht, weil x, y, also der Podcast ermöglicht auch mal so einen Blick in so Systemlogiken zu eröffnen und mal zu sagen, hey, ja, klar, vor dem Hintergrund verstehe ich auch, warum du so und so handeln musst.

00:31:58: Und jetzt hat mir neulich jemand gesagt, ich habe ein hohes Sendungsbewusstsein.

00:32:01: Also ich glaube, mir ist es wichtig, eben nicht nur den Raum zu eröffnen, oder Raum zu öffnen.

00:32:09: Es ist mir auch wichtig, dass das, was wir dann da besprechen, nicht nur im zwei für sechs, acht Augen-Prinzip passiert, sondern da hilft das Medium-Podcast eben auf ganz niedrigschule Geweise, es auch einer größeren Hörerschaft zu ermöglichen.

00:32:27: mitzudenken, womöglich im Allerbestenfall eine Perspektive zu erweitern, Einblicke zu gewinnen.

00:32:34: Das ist mein Antrieb.

00:32:37: Ja, ich seh, ich seh, es ist strahlend in deinen Augen.

00:32:40: Ich mein, ich kenne das ja logischerweise.

00:32:43: Wir haben ja schon öfters drüber gesprochen oder halt auch zu Beginn, aber das jetzt noch mal zu sehen, ja, ist schön.

00:32:49: Das freut mich, das freut mich sehr, sage ich mal, diese Freude in deinen Augen zu sehen.

00:32:56: Tatsächlich ist das so wirklich mein Hauptantrieb, dass ich sage, wenn du da Meinung bist, ich kann dich dabei unterstützen, dann mach ich das super gern.

00:33:06: Das ist so schön.

00:33:08: Und außerdem hab ich dir auch schon hundertmal gesagt, ohne dich würdest den Podcast auch gar nicht geben.

00:33:13: Also, es ist schon so, dass wir wirklich wahnsinnig viel Zeit da reingesteckt haben, schon.

00:33:18: Und dass ja auch perspektivisch weitermachen werden.

00:33:20: Und es ist, glaub ich, für eine Person erst mal ... Ganz schwer, das durchzuhalten.

00:33:25: Also wir pushen uns da ja auch gegenseitig.

00:33:28: Dann bringst du halt deine Perspektive damit rein, die mir dann öfter mal sagt, ah ja, stimmt.

00:33:35: Ah, cool.

00:33:35: Und das wäre ich ja gar nicht in der Lage, alleine so rüberzubringen.

00:33:41: Und ja, ohne Marcel kein Outset-Bubble-Tit haben wir genauso ohne Manu nicht.

00:33:47: Ja, danke.

00:33:48: Okay, cool.

00:33:50: Zu einer Sache, die du gesagt hast.

00:33:53: Also, du möchtest ja mal den Raum schaffen oder den Raum öffnen, um auf Augenhöhe auch ein Dialog oder ein Gespräch zu generieren.

00:34:06: Was wir aber natürlich auch sagen können, ist diese Machtungleichheit.

00:34:13: Die werden wir natürlich grundsätzlich niemals auflösen können.

00:34:16: Auch nicht durch das Format, nicht durch den Podcast, nicht durch diese Gespräche.

00:34:20: Das ist wichtig, weil diese Machtungleichheit ist einfach durch das soziale, gesellschaftliche Konstrukt gegeben.

00:34:27: Das ist einfach so.

00:34:29: Das stimmt.

00:34:32: Wir haben ja auch ein Thema.

00:34:35: Also jede Episode hat ein Thema, an dem wir uns quasi so ein bisschen lang herangen, was so bis uns gesprächsleitend ist.

00:34:43: Und das ist schon der Versuch, dann ... den Raum, den wir dort eröffnen, möglichst machtfrei zu halten.

00:34:52: Aber was jetzt den Alltag anbelangt, ist das unmöglich.

00:34:57: Da können wir diese Machtungleichheit nicht aufheben.

00:35:02: Aber in unserem kleinen Rahmen, in unserem Setting ist das ja schon unser Ziel, möglichst machtfrei zu sein.

00:35:14: Du sagst, es gilt darum, oder der Gedanke ist ein Raum, der Begegnung oder für Begegnungen zu schaffen.

00:35:22: Und dazu haben wir ja auch dann uns Gedanken gemacht, wie schafft man das am besten, weil in diesem normalen Kontext zwischen anführungszeichen Machtorganisationen und Besucher oder Besucherinnen vom Café Anker gibt es ja logischerweise auch einen Machtunterschied und somit auch keine Begegnung auf Augenhöhe.

00:35:44: Und wir haben uns dazu entschieden, okay, weil bei euch dieses Sie und du gar nicht existiert, dass wir quasi schauen wollen, dass wir eher die Gäste, die aus einer Institution kommen, dass wir die fragen, können wir uns duzen.

00:36:01: Genau.

00:36:02: Und also vielleicht zur Erklärung, wir treffen vor der Aufnahme jeden und jede unserer Gesprächsteilnehmerinnen vorher zu einem Vorgespräch.

00:36:12: Stellen wir uns einmal kurz persönlich vor und erklären nochmal, worum es uns so geht.

00:36:16: Und im Rahmen des Vorgesprächs klären wir dann auch, ob das für alle Gesprächsteilnehmer okay ist, dass wir uns duzen.

00:36:22: Und bisher haben wir da sehr gute Erfahrungen gemacht.

00:36:25: Also es war gar kein Problem.

00:36:27: Und ich glaube auch, dass dieses Du schon mal eine Tür zu mehr Augenhöhe öffnet.

00:36:37: Und also für mich wäre es natürlich auch ganz komisch, wenn ich unsere Besucherin jetzt sitzen müsste.

00:36:42: Also wir können ja nicht den einen Gespräch zahlen, den man sitzen und den anderen duzen.

00:36:45: Und ich kann aber jetzt auch nicht unsere Besucherin sitzen, weil ich duze dir im Alltag.

00:36:52: Also sie würde in unserem Fall auch einfach rein praktisch gar nicht gehen.

00:36:55: Vielleicht ganz kurz noch, weil wir immer von Macht sprechen, was heißt eigentlich oder was ist überhaupt Macht.

00:37:03: Wir sind es glaube ich einig, dass wir das hier auch gar nicht so wissenschaftlich stark prägen wollen.

00:37:10: Ich bin eh, ich hab mal einen geilen Spruch gehört, der Wissenschaft ist immer ihr Turm, neues der Stand.

00:37:16: Und für mich ist eh die Wahrheit auch was ganz anderes, wie das, was Wissenschaft, sag ich mal, feststellen kann oder bislang noch feststellt.

00:37:26: Zumindest im sozialen Miteinander.

00:37:30: Aber deswegen ganz einfach, was es macht.

00:37:33: Was es macht, macht hat eigentlich zwei Komponenten.

00:37:37: Und zwar einmal ein asymmetrisches Verhältnis.

00:37:40: Das haben wir quasi diese Ungleichheit zwischen Personen und Institutionen oder halt Personen und den Personen in Institutionen.

00:37:50: Und dann auch immer die zweite Komponente ist eine Wertschätzung für eine Ressource.

00:37:55: Und wo dann quasi ja diese überstehende Person aus der Institution quasi Einfluss und Kontrolle hat, auf die der unterstehende Person, weil sie die da unterstehende, nämlich die Wertschätzung hat für eine Ressource, die die Person aus der Institution hat oder zumindest über die, die verfügen kann.

00:38:18: Und dadurch entsteht quasi diese Machtungleichheit.

00:38:25: Und wir haben ja auch eine theoretische Grundlage.

00:38:30: Bei allem Wunsch, es nicht so wissenschaftlich zu halten, haben wir ein theoretisches Konzept, was für uns handlungsleitend ist.

00:38:39: sowohl was so die Werte und unsere Haltung betrifft, aber auch tatsächlich methodisch, wie wir uns da ja so ein bisschen daran orientieren.

00:38:46: Und das ist die TZI, die Themenzentrierte Interaktion nach Ruth Kohn, die wiederum drei Aktionen, also drei Grundannahmen hat.

00:38:54: Und das erste Aktion, was ja heißt, also der Mensch ist gleichermaßen autonom, wie auch interdependent.

00:39:06: verbunden bzw.

00:39:07: abhängig von anderen.

00:39:08: und sehr spannend ist, um so mehr sozusagen der Mensch sich dessen bewusst ist, dass er eben verbunden oder abhängig ist, desto größer kann die eigene Autonomie sein.

00:39:18: Das ist so ein Satz, der ist uns, glaube ich, beiden sehr prägend.

00:39:23: da in Erinnerung geblieben oder aufgefallen.

00:39:26: Und das ist ja schon auch so was, wo wir so ein bisschen hingucken können.

00:39:29: Also inwieweit sind denn unsere Besucher in zum Beispiel aus dem Café Anker abhängig von den Institutionen oder auch aus der anderen Perspektive?

00:39:38: inwieweit ist denn jemand in der Institution, in dieser Machtposition und ... kann mit eigenem Handeln sozusagen auch eiltlos nehmen auf die Abhängigkeit.

00:39:50: Und ja, es ist einfach ein sehr, sehr spannendes Thema und da gibt es auf jeden Fall ganz viele Anknüpfungspunkte.

00:39:57: Richtig,

00:39:58: die TCI.

00:40:00: Aber die TCI, damit komme ich nur klar, weil die TCI ist keine wissenschaftliche Methode im technischen Sinne, wie sehr viele Methoden oder Anwendungen also technischer Natur sind, sondern das ist eher eine wertehaltende oder wertorientierte Methode.

00:40:24: Das heißt eher eine Haltung, die man einnehmen sollte, wenn man sich selbst oder Gruppen leitet.

00:40:30: Das heißt, deswegen ist das für mich auch gar nicht so krass wissenschaftlich, weil wenn man sich mal anguckt, was die Hutkohn damals, sag ich mal so, damit inhaltlich aufgebaut hat.

00:40:43: dann braucht man ja kein großer Wissenschaftler sein, sondern man muss einfach mal ein bisschen der Offen sein und auch reflektieren, ob das die Wahrheit sein könnte, ob das vielleicht stimmt, was die sagt.

00:40:59: Und daran anschließend ist ja auch gleich dann diese zweite Grundannahme, wo es um die Wert und Sinnhaftigkeit von einem menschlichen Leben geht.

00:41:06: Und da geht es letztendlich drum, weil sie heißt sich selbst.

00:41:11: und Gruppen oder andere zu leiden, dass es darum geht, gemeinsam für sich, aber auch gemeinsam eine Kraft zu entwickeln, die halt, sagen wir mal, dunklen Kräften, die destruktiv sind, entgegenwirken zu können.

00:41:24: Und damit ist eigentlich gedacht.

00:41:27: weil gerade in unserer Welt, in unserer westlichen oder auch in unserer Kultur vor allem, es ist mehr die Kultur, da ist ja alles so getrimmt auch Verstand und Logik, aber dass man eigentlich auch so mehr Emotionen und Gefühl zulässt und vielleicht mal nur nach Verstand oder Logik oder Regel, die irgendwo aufgesetzt worden ist, sich leitet, sondern eher auf der Ja, auf der weicheren Ebene also vom Gefühl.

00:41:58: Weil es ist ja unser Ziel, dass wir wachsen.

00:42:00: Also wir und wir als Gesellschaft als Ganzes.

00:42:02: Und es geht nur, wenn wir auch kritisch auf uns und unser Gegenüber gucken können.

00:42:08: So, und es ging bei mir.

00:42:09: Ich habe das anfänglich schon erwähnt oder vorhin bei mir die Alarmklucken an, als du mich gefragt hast, ob ich das mit dir machen würde.

00:42:17: Hat also der Verstand sich sofort eingeschalten.

00:42:20: Er hat gesagt, hey, guck.

00:42:23: Regeln könnte schlechtes Feedback geben.

00:42:28: Aber ich habe gemerkt, nee, das finde ich eine coole Sache.

00:42:32: So vom Gefühl raus würde ich das gerne mit dir machen.

00:42:36: Weil, so kommen wir jetzt zur dritten Grundannahme.

00:42:44: Wir haben nicht nur die Abhängigkeit oder die Verbundenheit und damit den Rahmen.

00:42:51: der um uns rum ist, selbst, wo wir uns bewegen.

00:42:58: Und um gesellschaftlich wachsen zu können oder vielleicht auch für sich selbst, geht es ja darum, das zu erkennen.

00:43:05: Also ich habe eine Selbstständigkeit in Abhängigkeit mit anderen und habe aber trotzdem meine eigenen Entscheidungsfreiheit und kann dadurch auch selbstständig gestalten.

00:43:21: Das heißt, Ich bin zwar nicht allmächtig, weil es eben Grenzen gibt und weil ich so verbunden bin oder auch abhängig von gewissen anderen Faktoren, aber ich bin noch nicht unmächtig.

00:43:36: Das heißt, ich habe im Rahmen dessen immer so eine ja patenzielle Mächtigkeit.

00:43:41: Ja, genau.

00:43:41: Grenzen können erweitert werden.

00:43:43: Und letztendlich ist das auch was, was wir mit unserem Podcast im ganz kleinen Versuche, also durch die Begegnung, durch den Austausch können auch vielleicht Denkgrenzen oder oder Berührungsängste abgebaut werden und können ja kann was.

00:44:01: auch geschaffen werden.

00:44:02: Neues Verständnis füreinander, also sowohl natürlich für unsere Geschrächsratnerinnen unmittelbar.

00:44:08: Aber im besten Fall schaffen wir das dann auch mit dem Podcast, euch zuhören, denn ein Stück weit auch nochmal ein Stück weit eine neue Offenheit zu vermitteln.

00:44:17: Das wäre, wenn wir das schaffen, dann würde ich sagen, haben wir alles richtig gemacht.

00:44:21: Okay, mir jetzt sagt, okay, krass, diese drei Grundannahmen sind jetzt trotzdem ganz schön kompliziert.

00:44:29: Diese Grundannahmen sind natürlich jetzt theoretischer Natur werden aber durch zwei Forderungen in der themenzentrierte Interaktion dann in der Praxis gelebt.

00:44:39: Und die, die sind natürlich eigentlich dann viel wichtiger.

00:44:43: und das erste oder die erste Forderung ist, sei da eine eigene Chairperson.

00:44:51: Das heißt, Achte auf dein eigenes Wohl ergehen und auch auf deine eigenen Interessen.

00:44:57: Also steht er für ein, äußert die.

00:44:59: Aber ganz, ganz wichtig, achte bitte auch gleichzeitig auf die Bedürfnisse von einer anderen Person.

00:45:06: Und die zweite Forderung ist, Störungen haben Vorrang.

00:45:11: Ich finde es auch wichtig, die heißt ja sogar nicht nur Störungen haben Vorrang, sondern die heißt Störungen und Betroffenheiten haben Vorrang.

00:45:18: Weil ich finde dieser Satz Störungen haben Vorrang hat sich sehr in die Arbeitswelt reingeschlichen.

00:45:24: Ich glaube in jeder Teamsitzung, zumindest von reflektierten Teams steht das auf irgendeinem Plakat drauf.

00:45:30: Störungen haben Vorrang oder es wird in Teamsitzungen quasi erst mal erwähnt.

00:45:35: Gibt es eine Störung oder so?

00:45:37: Und ich finde Störungen und Betroffenheiten impliziert noch mal mehr.

00:45:40: auch, dass es darum geht, ich bin von etwas betroffen, da gibt es eine Gefühlsregung, die ich vielleicht noch gar nicht so richtig benennen kann, würde ich jetzt nicht sagen, das ist eine Störung, aber es gibt irgendwas, das piekst mich.

00:45:53: Und da wirklich so sensibel zu sein, mit sich selber und dieses Gefühl auch ernst zu nehmen.

00:46:01: An der Stelle würde ich aber gleich anfügen, weil das gehört einfach zu dieser Themenzentrierten Interaktion.

00:46:10: Also auch wenn wir jetzt die Moderatoren sind von diesem Podcast und dieses Gespräch versuchen zu leiten, ist es schon auch so, dass wir auch in unserem Status quo sind.

00:46:25: Was meine ich damit?

00:46:27: Also auch wir haben noch sehr viel Entwicklungspotenzial.

00:46:32: Und das heißt, auch uns kann es passieren, dass wir es vielleicht nicht schaffen.

00:46:40: Mit dem, was wir eigentlich fordern, in diesem Podcast, auf Augenhöhe zu kommunizieren, das sage ich jetzt, weil ich das von mir sehr gut kenne, weil ich es sehr oft von der Sachebene gerne auf die Beziehungsebene switche und dann feststelle, krass, ich mag inhaltlich vielleicht Recht haben, aber die Art und Weise, die ist ja totaler Müll.

00:47:08: Und da stelle ich dann fest, ach krass, Prinzip der Selbstverantwortung, das zu erkennen, zu akzeptieren und dann auch versuchen beim nächsten Mal besser zu machen oder vielleicht zu überlegen, wie wäre es denn richtig und dann besser zu machen.

00:47:23: Und das ist ein schönes Beispiel, wo einfach, das ist das, was du meintest, dass wir auch mal Reibungspunkte hatten in einem Austausch, wo das zum Beispiel meinerseits passiert ist.

00:47:37: Aber das kann auch in der Aufnahme einfach passieren.

00:47:39: Da

00:47:40: hast du sehr recht.

00:47:41: Und es ist ja auch so, wir versuchen, fehlerfreundlich zu sein und im besten Fall beim nächsten Mal die Fehler vielleicht nicht zu wiederholen.

00:47:51: Also das ist ja auch eine Sache, die bei der TZI... ganz klar, so gesagt wird, also erstmal weg vom Dokmatismus.

00:47:59: Wir haben da zum Beispiel auch Kommunikationshilfen, an denen wir uns orientieren können und gleichzeitig auch die Freiheit, alle Kommunikationshilfen über einen Haufen zu werfen, wenn wir merken, dass die uns gerade nicht helfen.

00:48:11: Und so, ich habe das Gefühl, ich bin in den letzten Monaten sehr viel... lockerer mit mir selber geworden, also auch so mit dieser Auseinandersetzung zu sagen, hey, ich muss nicht immer alles super gut machen und ich darf auch meinen Fehler machen und ich auch nicht immer nur Denk- und Sprechverbote mir auflegen.

00:48:29: Und klar, wir versuchen auch politisch korrekt zu sein und gleichzeitig wissen wir, wir werden es nicht immer sein, wir werden nicht immer gendern, auch wenn wir uns Mühe geben, es vielleicht ab und zu mal zu machen.

00:48:39: Und ja, einfach ... nicht so streng mit uns selber zu sein und trotzdem versuchen, unser Bestes zu geben und uns an der TZI zu orientieren.

00:48:48: Ja, und während du das sagst, guckst du mich an und grinscht mich auch an, ja, und du hattest vorhin auch schon erwähnt, es ist nicht immer so einfach mit mir, ja, es wird zu Störungen kommen, ja, und ich weiß aber auch, wir werden es gegenseitig schön dann spiegeln.

00:49:05: Definitiv.

00:49:06: Und ich glaube, was wir gelernt haben, ist zum einen dann zu versuchen, unsere Störungen erst mal zu trennen von der Sache und der Beziehungsebene und auch zu merken, dass wir uns ja auch, dass wir eben auch genau daran wachsen, dass das bearbeiten unserer Störungen dann auch dazu führt, dass wir beim nächsten Mal vielleicht sensibler aufeinander reagieren oder vielleicht gewisse Dinge versuchen zu vermeiden.

00:49:34: Du kennst ja mein Lieblingsspruch, den darf ich hier nicht vergessen, weil es ja als Podcast eine kommunikative Plattform ist oder eine Audioplattform.

00:49:48: Ich sage ja immer Kommunikation ist ja auch immer nur ein Ausdrucksverhalten unseres gegenwärtigen seelischen Entwicklungsstandes.

00:49:59: Und dementsprechend kann es bei uns.

00:50:03: auch nie perfekt sein.

00:50:05: Und das wollen wir auch gar nicht.

00:50:07: Perfektion ist nämlich langweilig.

00:50:09: Und Ruth Kohn sagt oder die TZI sagt, wenn man sozusagen diese Postulate berücksichtigt und die Grundannahmen im Kopf hat, dann gibt es Raum für Unerwartetes und es kann eben Wachstum geschehen.

00:50:25: Und wir wünschen uns für unseren Podcast, für unsere Gäste, für euch, liebe Zuhörerinnen, dass dass uns das gelingt, einen Raum zu öffnen, in dem Begegnung stattfindet, in dem vielleicht auch weiterdenken möglich ist.

00:50:42: Und ja, wir wünschen euch und uns allen dafür jetzt einfach ganz viel Spaß.

00:50:48: Ja, und jetzt hätte ich fast für eine Störung gesorgt, weil ich jetzt schon sagen wollte, ja, jetzt genug mit Ruth Kohn und TZi.

00:50:57: Aber ich habe mich zurückgehalten, leider war der Gedanke trotzdem da.

00:51:01: Aber ich würde sagen, genug von Ruth Kohn und TZi.

00:51:05: Hast du noch was?

00:51:05: Also ich finde, wir haben jetzt

00:51:06: genug gebubbelt.

00:51:07: Bedingt, wir haben genug gebubbelt über outside the bubble tea time und deshalb, liebe Leute, los geht's!

00:51:15: Und deswegen würde ich sagen... bleibt ein Podcast dran, hört zu und seid dabei, nämlich bei der Outside The Bubble Tea Time.

00:51:23: Auf Wiederhören.

00:51:25: Ciao, ciao.

00:51:26: Stopp, stopp, stopp, stopp, stopp, Manu.

00:51:28: Wir haben was ganz Wichtiges vergessen.

00:51:30: Wir wollen uns ja noch bedanken bei den Personen, die uns bei diesem Podcast bislang begleitet und unterstützt haben.

00:51:38: Ja, das stimmt, Rebecca.

00:51:40: Vielen Dank, du bist natürlich keine KI, du bist viel besser als jede KI es jemals sein wird.

00:51:47: Vielen Dank, dass du uns unseren Opferner eingesprochen hast.

00:51:51: Deine Professionalität führt dazu, dass unser Podcast auf jeden Fall professionell wirkt und darüber freuen wir uns total.

00:51:59: und cool, dass du auch bei diesem Projekt wieder teilhast.

00:52:03: Ja, weiterhin haben wir zwei Personen, die verantwortlich sind für unser Cover.

00:52:08: Fangen wir an mit Tanja.

00:52:10: Tanja Hamel.

00:52:12: Du wunderbarer Mensch, du absolut tolle Fotografin.

00:52:16: Du hast es geschafft, dass wir uns bei dir in deinem Studio so wohlfühlen, dass wir unsere Verklemmtheit abgelegt haben, dass wir ein Stück weit über uns hinausgewachsen sind.

00:52:26: Vielen Dank für das tolle Coverfoto.

00:52:29: Ja, dazu kommt noch Paul, der verantwortlich ist für die Bearbeitung des Covers.

00:52:34: Paul, ich kann jetzt schon sagen ... Du hast mich überzeugt auf jeden Fall mit der Gestaltung des Covers, dass ich irgendwann gesagt habe, ja, okay, das nehme ich so an.

00:52:44: Also kleines Plaudern aus dem Nähekästchen.

00:52:46: Erst fand der Marcel das Cover definitiv ein bisschen zu kitschig, aber mittlerweile hat er es glaube ich auch lieb geworden.

00:52:53: Also Paul Schmitz.

00:52:55: aus dem Team Café Anker.

00:52:56: Wir sagen vielen Dank, dass du das gemacht hast, dass du uns das Cover gestaltet hast, dass du ausgehalten hast, dass ich ständig noch mal Änderungswünsche hatte.

00:53:06: Und ja, wir sind super happy mit deinem Cover und freuen uns, dass wir das jetzt veröffentlichen können.

00:53:13: Jan Lars Badnot liest natürlich auch noch ein Dankeschön an unseren Tonmeister, an Jan.

00:53:20: Jan Kalt von der Schraubfabrik Mannheim.

00:53:22: Ohne dich würde es unseren Podcast nicht geben.

00:53:26: Wir sagen danke, dass du ein Teil davon bist, dass du unsere ganzen extra Wünsche und ja, dass du halt einfach immer mitziehst, auch wenn wir dich manchmal ganz schön herausfordern.

00:53:41: Ja, und abschließend noch ein sehr großer Dank an die Caritas-Stiftung für die Ärztin, die jetzt ist in Freiburg.

00:53:48: und durch deren finanzielle Förderung und Unterstützung, denn nur durch deren Förderung konnte die erste Staffel von outside the Bubble Tea Time überhaupt erst realisiert werden.

00:53:59: Vielen Dank.

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